Was geschehen ist
Der italienische Modedesigner und Mitbegründer des Modehauses Valentino, Valentino Garavani, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Das berichtete am Montag, dem 19. Januar, die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die Todesursache wurde nicht näher genannt; Berichten zufolge verstarb er in seinem Haus in Rom im Kreis seiner Angehörigen.
„Valentino ist ein unbestrittener Meister des Stils und der Eleganz, ein ewiges Symbol der italienischen Haute Couture. Heute verliert Italien eine Legende, doch sein Erbe wird weiterhin Generationen inspirieren. Danke für alles.“
— Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin Italiens
„Eine Ikone des ‚Made in Italy‘ hat uns verlassen, die unser Land zur weltweiten Perfektion gemacht hat.“
— Antonio Tajani, Vizepremier und Außenminister Italiens
Vermächtnis: mehr als Mode
Garavani gründete 1960 zusammen mit Giancarlo Giammetti das Haus Valentino, das sich dank raffinierter Schnitte und seines Gespürs für öffentliche Auftritte rasch einen internationalen Ruf erwarb. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das Hochzeitskleid von Jacqueline Kennedy für ihre Ehe mit Aristoteles Onassis, die Garderobe der iranischen Kaiserin Farah Pahlavi bei deren Flucht 1979 sowie ein Kleid für die First Lady von Frankreich im Jahr 1995.
Man nannte ihn den „letzten Kaiser der Mode“ — ein Beiname, der auch im Dokumentarfilm The Last Emperor (2008) des Regisseurs Matt Tyrnauer geprägt wurde, der sich auf das Ende seiner Karriere und die Übergabe seines ästhetischen Mantels konzentriert. Garavani blieb künstlerischer Leiter des Hauses bis 2007, selbst nach mehreren Eigentümerwechseln: dem Verkauf an die Gruppe HdP im Jahr 1998 und dem anschließenden Übergang zu Marzotto im Jahr 2002.
Wirtschaftlicher und kultureller Kontext
Der Gewinnrückgang von Valentino um 22 % im Jahr 2024 ist nicht nur eine Statistik: Er ist ein Symptom einer breiteren Verlangsamung der Nachfrage im Luxussegment. Für den Leser bedeutet das, dass Stil-Ikonen heute nicht nur um Ästhetik konkurrieren, sondern ebenso um Marktstrategien, Innovationen in der Digitalisierung und um die Reputation der Marke.
Kulturell wirkt eine Persönlichkeit wie Garavani als Soft Power: Seine Entwürfe erschienen im öffentlichen Raum von Weltführern und Stars und prägten das Bild des italienischen Stils. Das ist auch eine Lektion für die ukrainische Kreativindustrie — kulturelle Produkte können zugleich Symbol und wirtschaftlicher Vermögenswert sein, wenn ihnen eine konsequente Strategie zugrunde liegt.
Wie es weitergeht
Vor Valentino liegt nun die Aufgabe, Garavanis kreatives Erbe zu bewahren und sich gleichzeitig den Herausforderungen des Marktes anzupassen. Ob die Eigentümer der Marke Garant für ihre historische Identität sein werden oder ob die Umwandlung in ein Konzernprojekt die Gestalt des Couturiers verwässern wird — davon hängt ab, inwieweit die internationale Mode die Elemente klassischer Eleganz im 21. Jahrhundert erhält.
Für die Ukraine ist der Fall Garavani eine Erinnerung: Kultursymbole haben Gewicht und wirtschaftlichen Wert. Die Frage ist, ob wir eigene globale Geschichten schaffen können, die das Image und die Entwicklung der Bereiche der Kreativwirtschaft fördern.