Macrons Brillenpaar ließ die Aktien der Werkstatt iVision Tech um 30% steigen — was steckt dahinter?

Nachdem der Präsident Frankreichs mit einer Brille von Henry Jullien aufgetreten war, stiegen die Aktien eines kleinen Holdingunternehmens um rund 30 %. Wir analysieren, warum ein einzelnes Accessoire zum finanziellen Katalysator wurde und welche Bedeutung das für kleine Hersteller und insbesondere ukrainische Marken hat.

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Kurz

Nach der Rede von Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos schnellten die Aktien der italienischen Gruppe iVision Tech (Eigentümer der Marke Henry Jullien) um rund 30 % nach oben, berichten FranceInfo und The Guardian. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens stieg fast auf $19 Mio. — Folge des plötzlichen Interesses an der Marke, nachdem der Präsident das Modell Pacific S 01 Double Gold getragen hatte.

Medienreaktion und Wirkmechanik

Das Modell, das €659 kostet, zog nicht nur das Publikum in Davos an: Nach der Rede hielt die Website von Henry Jullien dem Besucheransturm nicht stand. Das ist eine typische Kette — Sichtbarkeit einer Führungsperson, Nachfrageanstieg, technische Probleme der Website und die Reaktion der Investoren, die ein mögliches Umsatzwachstum in den Kurs einpreisen.

„Ich sagte, dass ich ihm gerne ein Paar zusenden würde, aber man antwortete mir – nein. Er nahm sie nicht als Geschenk an, sondern wollte sie persönlich kaufen. Der französische Präsident legte großen Wert darauf, dass die Brille vollständig in Frankreich hergestellt wurde.“

— Stefano Fulkir, Präsident von iVision Tech

Wichtige Details

Die Manufaktur Henry Jullien wurde 1921 gegründet und befindet sich in der Gemeinde Lons-le-Saunier (Département Jura). Das Unternehmen beschäftigt etwa zehn Personen und produziert rund 1000 Brillenpaare pro Jahr; ein Paar kann bis zu vier Monate in der Herstellung benötigen. Das Büro des französischen Präsidenten habe, so das Unternehmen, wegen eines Paares als diplomatisches Geschenk für den G20-Gipfel angefragt, doch später habe Macron ein Paar persönlich gekauft.

Warum das wichtig ist — für den Markt und für die Ukraine

Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie die Sichtbarkeit einer Führungsperson sich sofort in einen wirtschaftlichen Impuls für einen kleinen Hersteller verwandeln kann. Für ukrainische Marken ist die Lehre zweifach: Erstens können Qualität und nationale Identität (Made‑in) auf Auslandsmärkten zu einem Wettbewerbsvorteil werden; zweitens sind diplomatische und öffentliche Sichtbarkeit (Auftritte, internationale Treffen) ein reales Instrument zur Exportförderung, wenn man es zu nutzen weiß.

Prognose

Der schnelle Aktienanstieg könnte sich nach dem ersten Hype wieder abschwächen, doch das Signal an den Markt ist klar: Selbst Mikroproduzenten profitieren von strategischer Sichtbarkeit. Für die Ukraine ist das eine Erinnerung an den Wert von Handwerk, Branding und daran, dass Investitionen in Qualität und Reputation sich auch in schwierigen Zeiten auszahlen.

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