Was passiert ist
In der Nacht zum 20. Januar hat Russland einen Angriffsversuch mit unbemannten Luftfahrzeugen auf Kiew durchgeführt. Laut Angaben der Stadtverwaltung gab es durch Einschläge Beeinträchtigungen bei Strom- und Wasserversorgung, Schäden an Infrastruktureinrichtungen und Verkehrsbeschränkungen.
„Im Dniprovsky-Bezirk gibt es eine verletzte Person. Sanitäter sind vor Ort.“
— Witali Klitschko, Bürgermeister von Kiew
Folgen für Energieversorgung, Heizung und Verkehr
Die Kiewer Stadtverwaltung berichtet, dass nach dem Angriff 5635 Mehrfamilienhäuser ohne Wärmeversorgung sind; fast 80% davon sind Gebäude, in die die Wärmeversorgung nach den Schäden vom 9. Januar wiederhergestellt worden war. Das linke Ufer ist derzeit teilweise oder vollständig ohne Wasserversorgung.
„Nach dem Angriff sind 5635 Mehrfamilienhäuser ohne Wärme; fast 80 % davon sind jene, in die die Wärmeversorgung seit dem 9. Januar wiederhergestellt worden war.“
— Kiewer Stadtverwaltung
Wegen Probleme in der Energieversorgung fährt die U-Bahn der Hauptstadt nach geänderten Fahrplänen. Die rote Linie verkehrt zwischen den Stationen „Академмістечко — Арсенальна“ in einem Intervall von etwa 4:30–5:00 Minuten. Nach Ende der Luftalarmphase verkehren zwei Züge zwischen „Лівобережна — Арсенальна“ (Intervall ungefähr 20–25 Minuten). Züge passieren die Stationen „Гідропарк“ und „Дніпро“ ohne Halt. Auf der grünen Linie ist der Verkehr während Luftalarmen eingeschränkt — zwischen „Сирець — Видубичі“ (Intervall etwa 7 Minuten) und zwischen „Осокорки — Червоний хутір“ (Intervall etwa 10 Minuten). Die blaue Linie ist unverändert.
Warum das wichtig ist
Das ist kein Einzelfall: Am 19. Januar hatte der Präsident vor der Gefahr eines neuen großangelegten Beschusses gewarnt. Energieanlagen und -netze sind vorrangige Ziele des Angreifers, da von ihnen Heizung, Wasserversorgung und wichtige soziale Dienste abhängen. Systematische Angriffe auf die Infrastruktur sollen die humanitären Schwierigkeiten in der kalten Jahreszeit verschärfen.
Energieanalysten weisen darauf hin, dass die zunehmende Häufigkeit der Angriffe zusätzlichen Druck auf Reparaturteams und die Logistik der Wiederherstellung ausübt — die Geschwindigkeit, mit der Dienste wiederhergestellt werden, hängt nicht nur von Reservekapazitäten, sondern auch von der Sicherheit der Reparaturteams und dem Zugang zu den beschädigten Bereichen ab.
Reaktion der Behörden und was Bewohner tun sollten
Die Stadtverwaltung schaltet soziale Infrastruktureinrichtungen auf autonome Stromversorgung um, mobilisiert Einsatz- und Reparaturteams und passt die Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs an. Für Kiewer gelten drei praktische Schritte: einen Mindestvorrat an Wasser und warmen Sachen bereithalten, die Sicherheitsregeln während Luftalarmen beachten und offizielle Informationskanäle nutzen (Stadtverwaltung, KMDA, operative Stäbe).
Kurzfazit
Der Angriff auf Kiew macht erneut deutlich: Angriffe auf die Infrastruktur sind Teil einer hybriden Taktik mit direkten Auswirkungen auf das tägliche Leben. Vorrang haben heute die Sicherheit der Menschen, die beschleunigte Wiederherstellung der Netze und internationale Unterstützung zur Stärkung der Resilienz der Systeme. Ob Einsatzdienste und Partner die Wiederherstellung beschleunigen können, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.