Was der Kommandeur sagte
In einem Interview mit «Новинарні» stellte der Kommandeur der Luftsturmtruppen Oleh Apostol direkt fest: die Wiederherstellung der vollständigen Kontrolle über Pokrovsk in der Oblast Donezk erfordere „enorme Ressourcen“, die derzeit nicht vorhanden seien. Das ist keine Kapitulation vor dem Kampf – sondern eine pragmatische Einschätzung der aktuellen Möglichkeiten und Prioritäten.
„Um die Kontrolle über Pokrovsk vollständig wiederherzustellen, sind enorme Ressourcen nötig. Das können wir uns momentan nicht leisten“
— Oleh Apostol, Kommandeur der Luftsturmtruppen (DShV)
„Zudem spielt unsere starke Kommandokette eine Rolle, die erhalten geblieben ist – ich meine die Zug-, Kompanie-, Bataillons- und Brigadeführer. Gerade durch diese Faktoren halten wir uns“
— Oleh Apostol, Kommandeur der Luftsturmtruppen (DShV)
Aktuelle Lage am Einsatzabschnitt
Nach Einschätzung des Kommandos liegt im Pokrovsk-Sektor der Vorteil vorerst auf Seiten der russischen Streitkräfte. Generalstabschef Syrsky berichtete am 19. Januar 2026, dass die Besatzer ihre Versuche, die Verteidigung zu durchbrechen, weder durch großangelegte Angriffe noch durch Vorstöße kleiner Gruppen einstellen. Am selben Tag verzeichneten die ukrainischen Streitkräfte erhebliche Verluste in den Reihen der Pskower Fallschirmjäger an diesem Abschnitt.
Die ukrainischen Kräfte arbeiten daran, den Vorteil des Gegners zu neutralisieren: sie verstärken die Verteidigung mit technischen Mitteln, erhöhen das Ausbildungsniveau und setzen auf eine stabile Führungsstruktur. Die Ergebnisse sind bislang lokal, werden aber sukzessive ausgebaut.
Warum das wichtig ist
Der Kern von Apostols Aussage ist die Rationalisierung der Prioritäten. Die Rückeroberung der Stadt ist nicht nur eine Frage des Mutes, sondern eine ressourcen- und zeitaufwändige Operation: Artillerie, Munition, Reserven, Luftunterstützung, Logistik. Ohne ausreichende materielle Basis droht ein vollumfänglicher Angriff sich in eine zermürbende Operation mit hohen Verlusten zu verwandeln.
Stattdessen verfolgt man derzeit die Strategie „halten und verstärken“: den Vorteil des Gegners durch Technik und Ausbildung verringern, Risiken für das Personal minimieren und Bedingungen für erfolgreichere Operationen in der Zukunft schaffen. Das ist ein Ansatz, der Chancen auf ein nachhaltiges Ergebnis bietet, aber Zeit und externe Lieferungen erfordert.
Fazit
Kurz: Gegenwärtig ist die vollständige Wiederherstellung der Kontrolle über Pokrovsk technisch nur bei erheblicher Aufstockung der Ressourcen möglich. Bislang kompensiert die ukrainische Armee den Mangel durch intensivere Ausbildung und den Einsatz technischer Mittel. Der nächste entscheidende Faktor wird sein, ob die Partner die Lieferungen beschleunigen können, die die derzeitige Stabilität in die Möglichkeit offensiver Aktionen verwandeln würden.