Harte Rhetorik — warum das wichtig ist
In einem Interview mit NewsNation sagte Donald Trump, dass im Falle eines Attentatsversuchs auf ihn der Iran „von der Erdoberfläche ausgelöscht“ werde, und fügte hinzu, er habe „sehr strenge Anweisungen“ zur Reaktion gegeben. Diese Rhetorik hat nicht nur einen Imageeffekt — sie verändert die Wahrnehmung der Risiken in Washington, Teheran und bei den Verbündeten.
«Was auch immer passiert, das ganze Land wird zerstört. Ich würde ihnen auf jeden Fall einen sehr harten Schlag versetzen.»
— Donald Trump, Präsident der USA (Interview mit NewsNation)
«Der Präsident muss den Präsidenten schützen.»
— Donald Trump, Präsident der USA
Kontext: Proteste, Sanktionen und diplomatischer Druck
Trumps Rhetorik fällt mit einer schrittweisen Verschärfung der Spannungen rund um den Iran zusammen: Seit Ende 2025 gibt es im Land anhaltende Massenproteste, und in den USA werden neue wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen. In diesem Kontext kann jeder Schritt — von Worten bis zu Sanktionen — eine Kette von Reaktionen verstärken.
- Am 2. Januar 2026 warnte Trump vor möglichem Eingreifen, falls die iranischen Behörden Gewalt gegen Demonstranten anwenden.
- Am 12. Januar wurde die Einführung neuer 25%-Sekundärzölle gegen diejenigen angekündigt, die mit dem Iran zusammenarbeiten.
- Am 15. Januar verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen 18 iranische natürliche und juristische Personen.
- Die Reaktion Teherans war hart: Der Sprecher des Parlaments versprach, als Antwort auf einen möglichen Angriff „eine unvergessliche Lektion“ zu erteilen.
- Wie Axios berichtete, neigte Trump Ende der Woche zu einem Schlag gegen den Iran, erteilte jedoch keinen Befehl.
«Wir werden ihnen eine unvergessliche Lektion erteilen, wenn sie die USA angreifen.»
— Vorsitzender des iranischen Parlaments (Erklärung nach den Sanktionen)
Was als Nächstes passieren könnte und warum das die Ukraine betrifft
Wenn Dinge zu direkten Drohungen von großem Ausmaß werden, sind zwei Aspekte entscheidend: strategische Beschränkungen und unvorhersehbare Nebenwirkungen. Die USA könnten sich auf gezielte Schläge oder eine Verschärfung der Sanktionen beschränken, doch das Eskalationsrisiko bleibt. Für die Ukraine ist es wichtig, dass die Verbündeten den Fokus auf die Unterstützung unserer Sicherheit beibehalten und sich nicht von einer neuen Krise ablenken lassen.
Hauptbeschränkungen: die politische Logistik innerhalb der USA, die Notwendigkeit der Koordination mit Verbündeten, das Risiko von Energieschocks und einer breiten regionalen Destabilisierung.
Nebenwirkungen: eine Zuspitzung im Persischen Golf könnte die weltweiten Energiemärkte, die Lieferketten für Waffen und das diplomatische Kapital beeinträchtigen, das derzeit für die Ukraine aufgewendet wird.
Fazit
Trumps Rhetorik erhöht das Risiko eines Zwischenfalls, ist bislang aber eher politischer Druck und ein Signal der Bereitschaft zu harten Maßnahmen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob sich die verbale Eskalation in konkrete Operationen verwandelt — und wie die Partner der USA reagieren. Für Kiew ist dies ein weiterer Test: Haben die Verbündeten ausreichend Ressourcen und politischen Willen, damit eine Krise nicht von einer anderen ablenkt?
Die Frage, die für die langfristige Stabilität wichtiger ist: Wandelt sich die Rhetorik in eine koordinierte Allianzstrategie und nachhaltige Politik um, statt in impulsive Schläge?