Was passiert ist
Bloomberg unter Berufung auf Analysen von Kpler und Vortexa berichtet, dass die letzten beiden Tanker mit venezolanischem Öl — Tamia und Loyalty, geladen im November–Dezember — das Kap der Guten Hoffnung umfahren und nach Asien unterwegs sind. Ihre Ankunft wird im Februar erwartet. Schätzungen zufolge könnten die bereits unterwegs befindlichen oder geankerten Mengen China für etwa ein bis zwei Monate versorgen.
Warum das wichtig ist
Kontext: Venezolanisches Öl wurde zuvor mit einem deutlichen Abschlag gegenüber Brent an China verkauft — manchmal bis zu $15 pro Fass. Laut dem Händler Vitol hat sich der Abschlag inzwischen auf etwa $5 verringert, was auf eine Verknappung des Handels unter dem Druck von Sanktionen und Transportrisiken hindeutet.
Auswirkungen auf den Markt
Nach dem Aufbrauchen dieser Lieferungen wird Peking entweder Weltmarktpreise für venezolanisches Öl zahlen müssen oder auf teurere Sorten (z. B. kanadische oder iranische) umsteigen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Preissteigerungen und verstärkt die Marktvolatilität.
Was das für die Ukraine bedeutet
Praktischer Rahmen: Höhere Weltmarktpreise für Öl bringen Risiken für Inflation, Logistikkosten und die Energierechnungen der Ukrainer mit sich. Gleichzeitig zeigt die Situation die Wirksamkeit des Sanktionsdrucks und der internationalen Überwachung — ein Faktor, der die Positionen unserer Partner im Kampf gegen Umgehungen der Beschränkungen stärkt. Für die Ukraine ist das ein Signal, die Diversifizierung der Lieferungen und die Stärkung der Energiesicherheit zu beschleunigen.
„Die letzten Tanker nach China beenden praktisch die Phase des leichten Zugangs zu billigem venezolanischem Rohstoff; die Vorräte reichen für ein bis zwei Monate, danach wird der Markt härter.“
— Daten von Bloomberg basierend auf Analysen von Kpler und Vortexa
Kurzfassung
Dieses Ereignis könnte kurzfristig einen Preisanstieg auslösen, der langfristige Effekt hängt jedoch von der Reaktion Chinas, der Anpassung der Händler und weiteren Sanktionsmaßnahmen ab. Für die Ukraine ist es wichtig, diese Risiken zu überwachen, Instrumente zur Eindämmung der Inflation bereitzuhalten und die Zusammenarbeit mit Partnern zur Gewährleistung der Energiesicherheit fortzusetzen.