Das Wesentliche und warum das wichtig ist
In den ersten Wochen des Januar lagen die Einfuhren von Dieselkraftstoff niedriger als erwartet, trotz gestiegener Nachfrage durch die Kälte und den massenhaften Einsatz von Generatoren. Hauptursache sind die rekordhohen Lieferungen im Dezember, die die Marktreserven auffüllten und einen zeitlichen Puffer schufen, schreibt Enkorr. Für den Verbraucher bedeutet das kurzfristig relative Preisstabilität, zugleich aber eine erhöhte Abhängigkeit von Logistik-Korridoren und der Qualität der Winterpartien.
Wie sich die Preise entwickelt haben
Stand 23. Januar hielt sich der Einzelhandelspreis für Diesel bei 48–48,50 грн/л, und nach den Nachrichten aus London fiel er auf 47,70–47,80 грн/л. Einige Unternehmen, die den Verkauf verzögerten, hielten die Marke bei rund ~49 грн/л (УНТК, «Мартін Трейд»). Eine Woche zuvor wurden die Mindestverkäufe im Bereich von 46,90–47,30 грн/л verzeichnet. Das entspricht der Praxis: Preise werden nicht nur durch die Nachfrage, sondern auch durch Lieferfristen und die Herkunft des Kraftstoffs beeinflusst.
Routen und Qualität — Schlüssel für die Zuverlässigkeit im Winter
Die logistische Neuorientierung ist deutlich: Vom 12. bis 18. Januar kamen 82% der Importe über die polnische Grenze — deutlich mehr als die 53–54% Ende November/Anfang Dezember. Gleichzeitig stiegen die Verladungen aus dem litauischen ORLEN Lietuva mehr als doppelt auf 14 500 Tonnen. Das ist wichtig, weil ein Teil der Importpartien (polnischer und amerikanischer Herkunft) bessere Wintereigenschaften aufweist, was in Frostperioden kritisch ist.
Der Import aus Polen stieg um 16% — auf 57 000 Tonnen. Zu den Empfängerunternehmen zählen UPG, ЗПЕК, «БРСМ-Нафта», «Унімот Україна» und «Прімаойл». Eine solche Umverteilung der Routen und der Herkunft des Kraftstoffs ist ein Beispiel dafür, wie sich der Markt an klimatische Risiken und logistische Herausforderungen anpasst.
Mengen und Prognosen
Die Liefergeschwindigkeit im Januar bleibt moderat — es werden etwas mehr als 400 000 Tonnen erwartet, obwohl Händler auch höhere Szenarien prüfen. Zum Kontext: Im Januar des Vorjahres belief sich der Import auf 315 400 Tonnen, bei den Dezemberlieferungen auf 645 100 Tonnen — zusammen über zwei Monate 960 500 Tonnen. Für dieses Jahr wird ein saisonaler Import von rund 1,2 Mio. Tonnen prognostiziert, das sind 26% mehr als in der Saison 2024–2025.
"Wir hatten prognostiziert, dass wir 500 000 Tonnen erreichen würden, aber wir sehen die Stimmung der Akteure, daher wird der Wert höchstwahrscheinlich höher ausfallen"
— einer der südlichen Händler (Kommentar Enkorr)
Risiken und Zusicherungen
Trotz der gestiegenen Nachfrage durch Generatoren erklären die Mineralölgesellschaften, es gebe keine Probleme mit den Ressourcen. Der stellvertretende Energieminister Микола Колісник bestätigte, dass der Kraftstoffmarkt im Land stabil funktioniert und mit den nötigen Ressourcen versorgt ist. Allerdings bleiben die Hauptrisiken logistisch (Störungen an den westlichen Grenzen, Witterungsprobleme) sowie die Abhängigkeit von Importpartien mit bestimmten Frostbeständigkeitskennwerten.
"Der Kraftstoffmarkt in der Ukraine funktioniert stabil und ist vollständig mit den notwendigen Ressourcen versorgt"
— Микола Колісник, заступник міністра енергетики
Fazit
Kurz: der niedrige Import im Januar ist kein Synonym für einen Mangel, sondern Folge der großen Dezemberlieferungen und der Umorientierung der Routen nach Westen. Für den ukrainischen Verbraucher bedeutet das kurzfristig relative Preisstabilität, zugleich aber die Notwendigkeit, Logistik und die Qualität der Winterpartien genau zu beobachten. Jetzt stellt sich die Schlüsselfrage, ob die Lieferkorridore und die Abfertigungsgeschwindigkeiten an den westlichen Grenzen erhalten bleiben, um die saisonale Prognose von 1,2 Mio. Tonnen zu bestätigen.