Was passiert ist
Am Dienstag, dem 20. Januar, ist im 58. Lebensjahr der Unternehmer und Mäzen Владислав Кириченко gestorben. Er war 57 Jahre alt. Dies teilte die offizielle Facebook-Seite des Verlags «Наш Формат» mit.
„Heute Morgen ist Владислав Кириченко – Gründer der Marke ‚Наш Формат‘, Gründer der NGO ‚Gemeinschaft der ukrainischen Reformation‘ – von uns gegangen. Er war 57 Jahre alt. Todesursache war eine schwere Krebserkrankung.“
— Facebook-Seite des Verlags «Наш Формат»
Kurz zur Karriere
Кириченко wurde am 1. November 1968 in Horliwka geboren. In den 1990er Jahren gründete er in Russland das Biotechnologie-Unternehmen Helicon, das zu einem der führenden Anbieter auf dem russischen Markt für die Ausstattung biologischer Labore wurde. Im Jahr 2006, während er sich in Russland aufhielt, gründete er den Verlag «Наш Формат», der sich später zu einem der führenden ukrainischen Akteure im Non-Fiction-Segment und zu einem großen Online-Buchhändler entwickelte.
Warum das wichtig ist
Der Non-Fiction-Markt in der Ukraine ist in den letzten Jahren nicht nur zu einem kommerziellen Projekt geworden, sondern auch zu einem Forum für gesellschaftliche Debatten – von Wirtschaft bis nationaler Identität. Das von Кириченко geschaffene Geschäft und sein Mäzenatentum trugen zur Professionalisierung der Branche bei und schufen Kanäle zur Verbreitung von Ideen, die den öffentlichen Diskurs beeinflussen.
Im Kontext des langjährigen Widerstreits um Werte und den Informationsraum haben solche Institutionen strategische Bedeutung: Sie bilden die intellektuellen Ressourcen des Landes, die dessen Widerstandsfähigkeit in Friedens- und Kriegszeiten stärken.
Wie geht es weiter
Der Verlust einer Schlüsselfigur wirft Fragen zur Nachfolge und zum Erhalt der aufgebauten Plattformen auf. Für die Leserschaft ist dies ein Anlass, unabhängige Verlagsinitiativen wahrzunehmen und jene Institutionen zu unterstützen, die die Arbeit mit Ideen und Fakten fortsetzen.
In Fachkreisen betont man, dass das Geschäftsmodell und das Team von «Наш Формат» Potenzial für eine eigenständige Weiterentwicklung haben, aber die Rolle des Gründers beim Aufbau von Vertrauen und Netzwerken war entscheidend.
Fazit
Das ist mehr als eine weitere Nachricht über den Tod einer bekannten Person. Der Verlust derjenigen, die Informations- und Kultureinrichtungen geschaffen haben, ist ein Schlag gegen die Infrastruktur der Ideen. Nun ist es Aufgabe der Gesellschaft und des Marktes, diese Institutionen zu erhalten und ihren Beitrag zur nationalen Widerstandsfähigkeit zu vermehren.