Abu Dhabi: Dreiseitiger Dialog ließ politische Fragen offen – was bedeutet das für die Ukraine?

Die zweitägigen Verhandlungen der Ukraine, der USA und Russlands in den VAE waren das erste großangelegte trilaterale Format seit Langem. Wir erläutern, was besprochen wurde, welche Fragen offen geblieben sind und welche Risiken oder welchen Nutzen sich daraus jetzt für die Ukraine ergeben.

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Was passiert ist

Am 23.–24. Januar fanden in Abu Dhabi zweitägige Verhandlungen mit Delegationen aus der Ukraine, Russland und den USA statt. Nach den Treffen erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass während der Diskussionen ein breites Themenspektrum erörtert worden sei — vor allem die militärischen Parameter zur Beendigung des Krieges, aber auch eine Reihe schwieriger politischer Fragen, die bislang ungelöst bleiben.

„Es war das erste Format eines dreiseitigen Dialogs zur Beendigung des Krieges seit langer Zeit. In den Treffen wurde eine Reihe gewichtiger Fragen erörtert, vor allem militärische, die zur Beendigung des Krieges erforderlich sind. Es wurde auch über schwierige politische Fragen gesprochen, die noch nicht gelöst sind.“

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Positionen der Parteien

Kiew bekräftigte seine unveränderte Haltung zur territorialen Integrität und das Recht der Ukraine, ihre Souveränität zu verteidigen. Der Präsident betonte, dass es grundsätzlich unterschiedliche Ansätze zwischen Kiew und Moskau gebe, während die amerikanische Seite versuche, einen möglichen Kompromiss zu finden.

Berichten von Agenturen zufolge fand in den VAE außerdem ein Treffen zwischen Vertretern Kiews und Moskaus „ohne Amerikaner im Raum“ (Axios) statt; anonyme US-Beamte sagten CNN, die Gespräche hätten „die Erwartungen übertroffen“. Der Sondergesandte des US-Präsidenten, Steve Witkoff, berichtete, die Verhandlungen hätten sich auf mehrere Schlüsselfragen konzentriert (Reuters).

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens hat das Format des dreiseitigen Dialogs an sich Gewicht: Wenn Kiew, Moskau und Washington in die Verhandlungen eingebunden sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Vereinbarungen internationale Umsetzungsmechanismen erhalten. Zweitens bleiben die zentralen politischen Fragen vorerst ungelöst, was bedeutet, dass Diplomatie sich nicht sofort in Friedensgarantien verwandelt — solange Moskau seine Bereitschaft zu konkreten Schritten nicht ändert, bleiben die Risiken an der Front bestehen.

Nächste Schritte

Selenskyj kündigte neue dreiseitige Treffen für diese Woche an; der US-Sondergesandte und namentlich nicht genannte Beamte deuteten ebenfalls eine Fortsetzung des Dialogs in den VAE an (unter anderem wurde der 1. Februar genannt). Das bedeutet, dass der Verhandlungsprozess eine Periodizität annehmen könnte — doch das Ergebnis hängt nicht von den Formaten an sich ab, sondern von der Kompromissbereitschaft der Parteien und davon, inwieweit die Partner der Ukraine in der Lage sind, echte Garantien zu gewährleisten.

Kurzes Fazit

Die Verhandlungen in Abu Dhabi sind ein wichtiges Signal: Die Diplomatie nimmt die Interaktion zwischen den Hauptstädten wieder auf, und internationale Vermittler werden aktiver. Dennoch liegen weiterhin schmerzhafte politische Fragen auf dem Tisch. Für die Ukraine ist es entscheidend, diese Treffen in klare Sicherheitsgarantien und in konkrete Schritte zu übersetzen, die die Widerstandsfähigkeit an der Front erhöhen und einen langfristigen Schutz der territorialen Integrität sichern.

Quellen: Rede des Präsidenten der Ukraine; Reuters, Axios, CNN (anonyme Beamte und der Sondergesandte der USA, Steve Witkoff)

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