Novinsky finanziert 90 % der neuen Pfarreien der Russisch-Orthodoxen Kirche in Europa – Geheimdienst: Instrument zur Einflussnahme auf Ukrainer

Nach Angaben des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes (SZR) und von LIGA.net lenkt ein unter Sanktionen stehender Oligarch Mittel in ein religiöses Netzwerk, das sich als Ukrainisch‑Orthodoxe Kirche (UOC) tarnt und ukrainische Geflüchtete anzieht. Wir erklären, wie das funktioniert und warum das für die Sicherheit der Ukraine im Ausland wichtig ist.

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Вадим Новинський (Фото: його пресслужба)

Kurz

Der Auslandsgeheimdienst (SZR) teilte LIGA.net mit, dass der sanktionierte Oligarch und ehemalige Abgeordnete Wadym Nowynskyj der Hauptspender für den Ausbau religiöser Zentren ist, die sich formal als Ukrainische Orthodoxe Kirche positionieren, faktisch aber in Synergie mit Russland arbeiten. Nach Angaben eines Gesprächspartners des SZR finanziert Nowynskyj etwa rund 90 % der neuen Pfarreien in Europa, die ukrainische Geflüchtete dort anziehen, wo es keine Gotteshäuser der Orthodoxen Kirche der Ukraine gibt.

Was die Quellen genau sagen

"Nowynskyj finanziert 90 % der neuen Pfarreien in Europa, die Ukrainer in Städten abfangen, in denen es keine Kirchen der Orthodoxen Kirche der Ukraine gibt"

— ein Gesprächspartner des Auslandsgeheimdienstes, LIGA.net

Dem Gesprächspartner zufolge agieren diese Zentren unter dem Deckmantel von Wohltätigkeit: in Räumen, die häufig von russischen oder prorussischen Geistlichen gemietet werden (unter anderem in Brüssel), versammeln sich ukrainische Geflüchtete; es entstehen Datenbanken und Kontakte, die später für politischen Einfluss genutzt werden könnten. Der SZR weist außerdem darauf hin, dass die Finanzierung kremlnaher Soft-Power-Projekte im Ausland im Jahr 2026 um 40–45 % gestiegen sei — eine konkrete Summe wurde nicht genannt.

Mechanismus der Einflussnahme

Die Formel ist klar und nicht neu: fehlendes lokales Gotteshaus der Orthodoxen Kirche der Ukraine + humanitäre Bedürfnisse der Umgesiedelten = hohe Bereitschaft, sich irgendeiner Gemeinde anzuschließen. In einem solchen Umfeld werden religiöse Initiativen zur Plattform für das Sammeln von Kontakten, Stimmungsbildern und zur Mobilisierung von Wählern. Analysten weisen darauf hin, dass solche Netzwerke nicht nur kulturell-religiös wirken, sondern auch Teil einer langfristigen Strategie der Einflussnahme sind.

Rechtlicher und gesellschaftlicher Kontext

Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass in der Ukraine laut LIGA.net im Dezember weiterhin 7826 Kirchen des Moskauer Patriarchats funktionierten, trotz eines Gesetzes, das die Tätigkeit mit der Russischen Föderation verbundener Organisationen untersagt. In den europäischen Hauptstädten verkomplizieren der rechtliche Status lokaler Gemeinden und die Religionsfreiheit die Lage, was Spielraum für unterschiedliche Interpretationen und die Nutzung kirchlicher Netzwerke schafft.

Warum das für den Leser wichtig ist

Diese Geschichte betrifft nicht nur religiöse Formalitäten. Es geht um die Sicherheit der ukrainischen Diaspora, um Vertrauen in Institutionen und darum, wie sich politische Stimmungen außerhalb des Landes unter Kriegsbedingungen formen. Für Geflüchtete in Europa ist es eine Frage des Zugangs zu Unterstützung und zugleich das Risiko, Teil eines Einflussnetzwerks zu werden, das ihre Daten und ihr Vertrauen für politische Zwecke nutzen könnte.

Wie geht es weiter

Die Expertengemeinde in der Ukraine und im Ausland fordert eine transparentere Berichterstattung über die Finanzierung religiöser Initiativen und ein aktives Monitoring von Gemeinden, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten. Praktische Maßnahmen sind: die Verstärkung der Informationsarbeit der Orthodoxen Kirche der Ukraine in Städten mit vielen Geflüchteten, die Koordination mit lokalen EU-Behörden und die Überprüfung der Finanzierungsquellen gesellschaftlicher Initiativen.

Fazit

Das ist ein Beispiel dafür, wie Soft Power sich in ein Instrument politischer Einflussnahme verwandelt. Solange ein Teil der Aufmerksamkeit an der Front und bei humanitärer Hilfe gebunden ist, muss die Arbeit an Informationssicherheit und Transparenz der Diaspora-Institutionen zu einem integralen Bestandteil der nationalen Strategie werden. Die Frage bleibt offen: Können ukrainische Gemeinden in der EU ihre Autonomie gegenüber geopolitischen Einflüssen bewahren — und welche Schritte sind dafür schon heute notwendig?

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