Trump zur Straße von Hormus — Forderung an die Verbündeten und Risiko für Druck auf Moskau

Ein Interview der Financial Times hat gezeigt, dass die USA möglicherweise Hilfe von Europa und China suchen, um die Blockade der Straße von Hormus aufzuheben. Für die Ukraine ist das nicht nur eine Energiefrage — eine Ablenkung von Ressourcen könnte den Sanktions- und politischen Druck auf Russland abschwächen.

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Дональд Трамп (Фото: EPA)

Kurz

Ein Interview von Donald Trump mit der Financial Times hat die Frage der Sicherheit der Straße von Hormus zu einer öffentlichen Aufforderung an die Verbündeten – von Europa bis China – gemacht. Es geht nicht nur um die Geopolitik von Ölrouten: Im Kontext des Kriegs in der Ukraine hat jede Ablenkung der US-Bemühungen direkte Auswirkungen auf den Sanktions- und diplomatischen Druck auf Moskau.

Was Trump sagte

„Es ist völlig angebracht, dass die Menschen, die von der Meerenge profitieren, dabei helfen, dafür zu sorgen, dass dort nichts Schlimmes passiert… Wenn es keine Antwort gibt oder wenn sie negativ ausfällt, denke ich, dass das sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein wird“

— Donald Trump, Präsident der USA (Interview Financial Times)

Er forderte direkt Frankreich, Großbritannien, Japan, Südkorea und China auf, sich den gemeinsamen Anstrengungen anzuschließen, und bezeichnete mögliche Hilfe als „jede Art von Unterstützung“ — von Minenräumboote bis zu Kräften, die entlang der iranischen Küste operieren können. Trump verband dies außerdem mit Plänen einer Reise nach Peking.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Straße von Hormus ist eine strategische Ader: Durch sie läuft etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und ein erheblicher Anteil des Flüssigerdgases (LNG). Die Priorisierung von Maßnahmen im Nahen Osten kann die diplomatische und militärische Aufmerksamkeit der USA von Europa und der Frage der Eindämmung Russlands abziehen. Wie die Financial Times schreibt, könnte eine Verschärfung der Lage im Nahen Osten den Druck auf Moskau verringern und sogar zu einer Lockerung der Sanktionen führen — Schätzungen sprechen von rund 10 Mrd. US-Dollar Vorteil für Russland, wie der Präsident der Ukraine sagte.

Technische Details und Einsatz der Verbündeten

Trump wies darauf hin, dass die europäischen Marinen mehr Minenräumboote haben als die USA, und versuchte, die Verantwortung für Operationen auf diejenigen zu verlagern, die wirtschaftlich von der Meerenge abhängig sind. Das ist ein Argument nicht nur über Ressourcen, sondern auch über politischen Druck: Wenn Europa und andere den Preis für die Sicherheit zahlen, verändert sich die Verteilung der Verantwortung innerhalb der NATO.

Was Experten sagen

Analysten der FT und regionale Experten weisen darauf hin: Die Verbindung amerikanischer Politik mit den tatsächlichen außenpolitischen Interessen der Volksrepublik China und der EU schafft Raum für Verhandlungen, in denen die Sicherheit der Routen als Einsatz in einem größeren Machtspiel dienen könnte. LIGA.net stellte die Frage, ob Europa dadurch zu einem Akteur werden könnte, der mit weniger verlässlichen Garantien der USA leben muss.

Folgen und Szenarien

Am wenigsten wünschenswert für die Ukraine ist ein Szenario, in dem die Bemühungen rund um die Straße von Hormus den Sanktions- und diplomatischen Druck auf Russland ablenken und dem Kreml Raum für wirtschaftliche Erholung geben. Wahrscheinlicher ist ein Szenario, in dem internationale Ressourcen teilweise mobilisiert werden und zu multilateralen Operationen unter amerikanischer Führung tendieren, was den Gesamt­kurs bewahrt, aber die Aufmerksamkeit der Partner streckt.

„Eine Lockerung der Sanktionen könnte Russland etwa 10 Mrd. US-Dollar einbringen“

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine (zitiert nach FT)

Wie geht es weiter

Nun sind die Verbündeten am Zug: Erklärungen müssen in konkrete Schritte umgesetzt werden, die den Druck auf Moskau nicht verringern und die Sanktionsarchitektur nicht abschwächen. Für Kiew ist die zentrale Aufgabe, das Thema Sanktionen und Verteidigungshilfe auf der Prioritätenliste der Partner zu halten, selbst wenn diplomatische Ressourcen vorübergehend auf den Nahen Osten umgelenkt werden.

Die Frage, die bleibt: Werden die Partner einen Ausgleich zwischen der Sicherheit der Energierouten und der Unverrückbarkeit der Eindämmungspolitik gegenüber Russland finden? Davon hängt nicht nur die Stabilität der Märkte ab, sondern auch die strategische Unterstützung der Ukraine.

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