Stellvertreter der Bezirksverwaltung in Kiew organisierte ein umfassendes Umgehungsschema — 190 Personen und Risiko für die Verteidigungsfähigkeit

Die Strafverfolgungsbehörden haben den ersten Stellvertreter der Bezirksverwaltung festgenommen, der über Kontakte in den territorialen Rekrutierungszentren (TЦК) und mit gefälschten Dokumenten mindestens 190 Männern geholfen hat, dem Militärdienst zu entgehen. Warum das für die Sicherheit und das Vertrauen in die Institutionen wichtig ist — kurz und ohne Panik.

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Was passiert ist

Das Büro des Generalstaatsanwalts und der Sicherheitsdienst der Ukraine haben den ersten Stellvertreter des Leiters einer der Bezirksverwaltungen von Kiew festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, ein System organisiert zu haben, das mindestens 190 Wehrpflichtigen und Soldaten die Umgehung des Dienstes während des Kriegsrechts ermöglichte.

Wie die Masche funktionierte

Der Ermittlungsdarstellung zufolge war der Mechanismus einfach, aber wirkungsvoll: Der Beamte stellte Listen von Personen zusammen, die bereit waren zu zahlen, und übermittelte diese an das regionale territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung (ТЦК). In den Unterlagen wurde anschließend angeblich die Aufnahme dieser Personen in ein Ausbildungszentrum der Streitkräfte der Ukraine vermerkt, obwohl sie tatsächlich nie dort eintrafen.

Nach der „Aufnahme“ wurden diese Personen mithilfe gefälschter militärärztlicher Gutachten und anderer falscher Bescheinigungen rechtswidrig aus den Registern entlassen. Den Ermittlern zufolge betrug der Preis für die Dienstleistung etwa 15.000–20.000 US-Dollar pro Person.

Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler bei den Festgenommenen gefälschte medizinische und militärische Dokumente, Stempel von Militäreinheiten sowie Smartphones mit Beweisen für die Koordination.

„Er organisierte und koordinierte die Tätigkeit einer Gruppe von Personen, die mindestens 190 Wehrpflichtigen und Soldaten geholfen haben, dem Militärdienst zu entgehen.“

— Büro des Generalstaatsanwalts

Warum das wichtig ist

Das ist nicht nur Kriminalität – es ist ein Schlag gegen Sicherheit und Vertrauen. Wenn während eines Kriegs Teiler der Mobilisierungsressourcen durch falsche Schemata abgezogen werden, verliert der Staat personelle Kapazitäten, und das öffentliche Vertrauen in Rekrutierungsstellen und die lokale Verwaltung wird untergraben. Experten weisen darauf hin, dass solche Praktiken Ungerechtigkeit gegenüber denen schaffen, die ehrlich zum Schutz des Landes bereitstehen.

Regierungs- und Strafverfolgungsbehörden nennen bereits ähnliche Fälle als Teil eines breiteren Problems korruptiver Netzwerke in der Mobilisierungsphase.

Kontext: kein Einzelfall

  • Am 16. Oktober 2025 nahm die Polizei einen Soldaten fest, der verdächtigt wird, die illegale Einschleusung wehrpflichtiger Männer nach Rumänien organisiert zu haben.
  • Im November deckten Ermittler einen Abgeordneten einer Stadtratsfraktion in der Oblast Winnycja auf, der der Mobilisierung durch eine fingierte Ehe mit einer Frau mit Behinderung entging.

Was als Nächstes folgt

Den Festgenommenen wurden Vorwürfe nach der Vorschrift über die Organisation und Beihilfe zur Umgehung des Wehrdienstes erhoben, begangen durch vorherige Absprache während des Kriegsrechts – ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Ermittlungen dauern an; alle Beteiligten werden ermittelt, darunter Mitarbeiter des ТЦК und Angehörige der Strafverfolgungsbehörden.

Das ist eine Bewährungsprobe für das System: Werden die Strafverfolgungsbehörden nicht nur die konkreten Akteure zur Rechenschaft ziehen, sondern auch die Mechanismen schließen können, die solche Schemata ermöglichten? Die Antworten darauf betreffen nicht nur die Bestrafung der Schuldigen, sondern auch die Wiederherstellung des Vertrauens, das unsere Armee dringend benötigt.

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