Große Diplomatie in Davos
Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am 22. Januar in die Schweiz geflogen, um am Weltwirtschaftsforum teilzunehmen und die geplante Begegnung mit dem Präsidenten der USA wahrzunehmen. Das ist kein simpler Forumbesuch – es ist ein Versuch, das Tempo der Verhandlungen beizubehalten und die zuvor von offiziellen Delegationen getroffenen Abmachungen zu konsolidieren.
„Der Präsident ist auf dem Weg nach Davos“
— Дмитро Литвин, радник президента з питань комунікацій
Bestätigung der Fakten
Der Abflug des Flugzeugs des ukrainischen Präsidenten wurde von Monitoring‑Diensten, darunter FlightAware, dokumentiert: Der Flug startete am 22. Januar vom polnischen Flughafen «Ясонка» in Richtung Schweiz. Die Ankunft wurde offiziell vom Pressesprecher des Präsidenten bestätigt.
„Selenskyj ist bereits in der Schweiz eingetroffen, um am Weltwirtschaftsforum teilzunehmen und sich mit Präsident Trump zu treffen“
— Сергій Нікіфоров, прессекретар Президента України
Was vorausging: öffentliche Anfrage und diplomatische Plattform
Einen Tag zuvor, am 21. Januar, erklärte Donald Trump auf einer Podiumsdiskussion in Davos öffentlich, dass er sich mit dem Präsidenten der Ukraine treffen wolle, und deutete sogar an, Selenskyj könnte im Saal anwesend sein. Trump äußerte zudem seine Vorstellung von der Möglichkeit eines Friedensabkommens unter Beteiligung Russlands – eine Formulierung, die angesichts der Position Kiews und der Partner einer Überprüfung und Kontextualisierung bedarf.
„Ich würde mich gerne mit Selenskyj treffen“
— Дональд Трамп, президент США (Auftritt beim WEF, 21. Januar)
Details des Programms und Verhandlungsformats
Das Treffen wird voraussichtlich gegen 14:00 Uhr Kiewer Zeit stattfinden, die Rede von Selenskyj ist für 15:30 Uhr geplant. Neben dem bilateralen Gespräch mit dem Präsidenten der USA wird der Staatschef an einer Podiumssitzung des International Advisory Council for Ukraine's Recovery teilnehmen, bei der Kontakte zu Vertretern von Energiekonzernen und potenziellen Investoren erwartet werden.
Vor der Abreise hatten die ukrainische und die amerikanische Seite vereinbart, die Verhandlungen in Davos fortzusetzen (Abkommen vom 18. Januar). Selenskyj selbst hatte zuvor angekündigt, zum Forum zu kommen, sofern konkrete Vereinbarungen vorlägen (Erklärung vom 20. Januar).
Erwähnenswert ist zudem, dass am 22. Januar die US-Sondergesandten Віткофф und Кушнер eine Reise nach Moskau planen – gleichzeitige diplomatische Schritte in verschiedenen Hauptstädten schaffen Raum für Koordination oder aber für parallele Verhandlungsstränge mit unterschiedlichen Zielsetzungen.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Verhandlungen von Angesicht zu Angesicht auf Präsidentenebene ermöglichen eine Beschleunigung von Entscheidungen, die für Sicherheit, Energieversorgung und Wiederaufbau wesentlich sind. Für die Ukraine ist dies eine Chance, politische Signale in konkrete Garantien, Finanzierungen und Investitionen zu verwandeln.
Analysten betonen: Öffentliche Erklärungen auf Foren erzeugen einen Impuls, doch der eigentliche Wert liegt darin, wenn Deklarationen in unterzeichnete Verträge und klare Fahrpläne überführt werden.
Was weiter zu beobachten ist
Die Schlüsselfrage lautet, ob dieses Treffen in konkrete Vereinbarungen mündet, die die Sicherheit und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Ukraine stärken. Bisher liegen bestätigte Fakten vor: der Besuch hat stattgefunden, das Treffen ist geplant und die Verhandlungsspuren haben sich belebt. Nun sind die Partner und klare juristische Formulierungen am Zug.
Ob es gelingt, den öffentlichen Impuls von Davos in unterzeichnete Entscheidungen zu überführen, hängt von der Handlungsfähigkeit und dem Willen der beteiligten Seiten ab.