Blue Origin kündigt „TeraWave“ an — neuer Konkurrent für Starlink und was das für die Ukraine bedeutet

Blue Origin kündigt ein globales TeraWave‑Netzwerk mit 5.408 Satelliten bis 2027 und einer Bandbreite von bis zu 6 Tbit/s an. Wir prüfen, ob das nur Marketing großer Konzerne ist oder eine echte zusätzliche Absicherung kritischer Infrastruktur — insbesondere in der Ukraine.

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Was angekündigt wurde

Das mit Jeff Bezos in Verbindung gebrachte Unternehmen Blue Origin hat das Satelliten-Kommunikationssystem TeraWave angekündigt. Nach Plan sollen bis Ende 2027 etwa 5 408 Satelliten ins All gebracht werden, und die gesamte Netzbandbreite könnte bis zu 6 Tbit/s erreichen. In einer Mitteilung des Unternehmens wird auf symmetrische Geschwindigkeit (Upload/Download), erweiterten Umfang und zusätzliche Reservekanäle für Fälle von Unfällen, Naturkatastrophen oder Cyberangriffen hingewiesen.

Technische Details und Kunden

TeraWave wird als Netzwerk für Rechenzentren, Regierungen und Großunternehmen positioniert — also weniger als Massen-Consumer-Internet, vielmehr als infrastrukturelle Reserve mit hoher Bandbreite und der Fähigkeit, gleichzeitig eine große Anzahl von Nutzern zu bedienen. Zu den Vorteilen, die Blue Origin nennt, gehören breiteres Coverage und verfügbare Reservekanäle, was dort wichtig ist, wo Glasfaser-Backbones ausfallen können.

"Konkurrenz in den oberen Orbitalschichten bedeutet mehr Optionen für Reserveverbindungen kritischer Infrastrukturen, aber Fragen der Kompatibilität und Regulierung bleiben zentral."

— Experte für Weltraumkommunikation (wünschte, ungenannt zu bleiben)

Marktposition: Starlink und Project Kuiper

Auf dem Markt für Satelliteninternet sind bereits mehrere große Akteure aktiv. SpaceX mit Starlink verfügt über mehr als 10 000 Satelliten und etwa 6 Mio. Kunden in ~140 Ländern (laut Unternehmensangaben). Amazon arbeitet an dem Netzwerk Project Kuiper mit geplanten ≈3 200 Satelliten. TeraWave würde, sofern in den angekündigten Dimensionen realisiert, zu einem neuen Akteur auf Ebene großer Infrastrukturprojekte werden — doch die Ausgangsposition von Blue Origin unterscheidet sich von bereits ausgerollten Netzen: Start und Skalierung erfordern erhebliche Investitionen und Zeit.

Kontext für die Ukraine

Die Ukraine hat die Wirkung satellitengestützter Lösungen bereits gespürt: Die Starlink-Direct-to-Cell-Technologie und Partnerschaften mit lokalen Betreibern eröffneten zusätzliche Kommunikationskanäle in kritischen Zonen. Die Ankündigung von TeraWave fügt einen weiteren Faktor hinzu — eine potenzielle Alternative oder Ergänzung zu bestehenden Lösungen. Für staatliche Dienste, die Energieversorgung und große Betreiber kann das zusätzlichen Backup und Wettbewerb bedeuten, der die Resilienz der Netze stärkt und die Preise für kritische Dienste im Zeitverlauf senken könnte.

Warum man das verfolgen sollte

Die Ankündigung ist nur der erste Schritt. Praktische Fragen bleiben: Wie werden Fragen zu Funkfrequenzen, orbitaler Sicherheit und der Interoperabilität mit bestehenden Netzen gelöst; wie sieht der Startzeitplan aus; wer wird in die Bodeninfrastruktur investieren; und schließlich — wird die Ukraine rechtzeitig technischen und regulatorischen Zugang zu diesen Lösungen erhalten. Wettbewerb fördert Innovationen, verlangt aber auch sorgfältige Aufsicht und internationale Kooperation.

Fazit: TeraWave könnte die Resilienz der globalen Internet-Infrastruktur erhöhen und der Ukraine zusätzliche Optionen für Reserveverbindungen bieten. Praktisch entscheidend werden jedoch nicht die angekündigten Zahlen sein, sondern der Umsetzungszeitplan, das regulatorische Umfeld und die Bereitschaft ukrainischer Betreiber und staatlicher Stellen, neue Lösungen zu integrieren.

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