Netflix startet einen Feed mit vertikalen Clips — eine Chance für ukrainische Kreative und ein neuer Kampf um Aufmerksamkeit

TechCrunch berichtet: Netflix hat etwa ein halbes Jahr lang kurze vertikale Videos getestet und plant, sie bis Ende 2026 in die mobile Benutzeroberfläche zu integrieren. Wir erklären, warum das für Zuschauer, Unternehmen und die lokale Kreativszene wichtig ist.

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Kurzfassung

Netflix experimentiert mit einem Feed vertikaler Kurzclips in der mobilen App — einem Format, das TikTok oder YouTube Shorts ähnelt. Laut TechCrunch liefen die Tests rund ein halbes Jahr, die vollständige Integration soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Was sich genau ändert

Nutzerinnen und Nutzer sollen durch kurze Clips aus Filmen und Serien sowie durch Videos aus neuen Content-Formaten wischen können. Die Plattform erwägt, dass solche Inhalte Ausschnitte aus Videopodcasts sein könnten — das eröffnet neue Möglichkeiten zur Entdeckung und Bewerbung von Inhalten.

"Solche Clips könnten Ausschnitte aus Videopodcasts sein."

— Greg Peters, CEO von Netflix

Warum das wichtig ist

Erstens ist es eine Reaktion auf verändertes Nutzerverhalten: das vertikale Kurzformat hält Aufmerksamkeit und erhöht die Verweildauer in der App. Zweitens ist es für Plattformen ein Hebel zur Steigerung von Retention und Monetarisierung. Für ukrainische Kreative und Studios ist es eine praktische Chance, die Reichweite zu vergrößern — kurze Clips werden von internationalen Algorithmen eher aufgegriffen und erlangen schneller Aufmerksamkeit im Ausland.

Chancen und Risiken für die Ukraine

Chancen: Zugang zum globalen Feed, schnelles Testen von Inhaltsfragmenten, ein zusätzlicher Kanal zur Promotion von Filmen, Serien und Podcasts. Risiken: Fragen zu Urheberrechten, hochwertiger Lokalisierung und Moderation; Konkurrenz durch bereits etablierte Kurzvideo-Plattformen.

Wann ist mit dem Start zu rechnen

Es handelt sich vorerst um einen gestaffelten Rollout: von Tests bis zur vollständigen Integration können mehrere Monate vergehen — bis Ende 2026. Parallel dazu baut Netflix seine Videopodcasts aus — zu den Projekten gehören Shows mit Michael Irvin und Pete Davidson sowie Podcasts des Netzwerks The Ringer, unter anderem mit Programmen von Bill Simmons.

Was ukrainische Kreative tun sollten

Anfangen, "kurz" zu denken: Schnitt anpassen, prägnante Themen und visuelle Kurzlösungen suchen, Rechte an Inhaltsfragmenten sichern und Lokalisierung vorbereiten. Plattformen konkurrieren um Aufmerksamkeit — unsere Aufgabe ist, dass in diesem Wettstreit ukrainische Geschichten hörbar bleiben.

Fazit

Netflix verlagert einen weiteren Teil der Nutzeraktivität in ein Format schnellen Konsums. Das ist eine technische Evolution mit realen Folgen: für die Zuschauer mehr Inhalte, für Plattformen ein Instrument zur Bindung, für die Ukraine eine Chance, ihre Autorinnen und Autoren in den globalen Feed zu bringen. Ob unsere Kreativen sie nutzen, hängt davon ab, wie bereit sie sind, sich schnell und professionell anzupassen.

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