Unwave stellt mobiles Störsystem „Човен‑2“ vor: dachmontierte Anlage zum Stören feindlicher Drohnen

Ein unauffälliges, kastenförmiges Modul auf dem Autodach, das sowohl unterwegs als auch stationär funktioniert — wie es den Schutz von Städten und die Logistik an der Front verändert.

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Kurz — wozu das dient

Unwave hat den mobilen radioelektronischen Komplex «Човен‑2» im Formfaktor einer Autobox angekündigt, der an jedes Fahrzeug mit Dachreling montiert werden kann, ohne in Karosserie oder Innenraum einzugreifen. Die Hauptidee ist, eine schnelle, unauffällige und großflächige Gegenwirkung gegen feindliche UAV sowohl während der Fahrt als auch an stationären Positionen zu ermöglichen.

Was drinsteckt: technische Details

Das System verfügt über 14 Störmodule mit je 50 W und deckt Frequenzen von 320 bis 5255 MHz mit vertikaler und horizontaler Polarisation ab. Jedes Modul ist mit einem eigenen DC‑DC‑Wandler ausgestattet — das sorgt für stabilen Betrieb selbst bei niedrigem Batteriestand und bei längerem Einsatz.

„Човен wurde auf Basis des Systems ‚Шатро‘ entwickelt, aber an den Formfaktor einer Autobox angepasst. Seine Konstruktion schützt alle Bauteile, erhält das zivile Erscheinungsbild des Fahrzeugs und lässt sich schnell installieren. Alle Schlüsselkomponenten werden von Unwave in der Ukraine gefertigt und getestet.“

— Unwave, Pressestelle

Integration mit Detektion und taktische Wirkung

Der Komplex kann autark arbeiten oder im Verbund mit dem Drohnendetektionssystem «Башур» von Unwave: «Башур» erkennt die Bedrohung, sendet ein Signal an «Човен» zur Aktivierung der Störung, informiert den Operator und übermittelt das abgefangene Videosignal. Eine solche Kette liefert den Ablauf „erkannt — neutralisiert — dokumentiert“, was für schnelle Reaktionen im Bereich ziviler Infrastruktur und bei Einheiten an der Front wichtig ist.

Was das praktisch bedeutet

Erstens reduzieren Mobilität und ziviles Erscheinungsbild die Aufbauzeit und das Risiko direkter Entdeckung. Zweitens macht die Abdeckung eines breiten Frequenzspektrums «Човен‑2» wirksam gegen verschiedene Arten bemannter und autonomer Systeme, die GSM, Wi‑Fi, GPS sowie Steuerungs‑/Telemetrie‑Bänder nutzen.

Risiken und Fragen der Einführung

Trotz der Vorteile ist es kein Allheilmittel. Es bestehen Fragen zur Koordination des Einsatzes solcher Komplexe in Siedlungsgebieten wegen möglicher Störungen ziviler Kommunikationsnetze sowie rechtliche und prozedurale Aspekte beim Einsatz in kritischer Infrastruktur. Verteidigungsanalysten weisen darauf hin: Damit die Technologie dem Land nützt, sind Einsatzstandards, Integration in die Führungsstrukturen und Tests unter realen Bedingungen erforderlich.

Fazit

«Човен‑2» ist ein Beispiel für die schnelle Anpassung der ukrainischen Industrie an die Erfordernisse des Krieges: mobil, lokal produziert und in ein Detektionssystem integriert. Es ist keine Patentlösung, aber eine weitere Glied in der Verteidigungskette gegen UAV. Der nächste Schritt sind flächendeckende Tests, ein rechtlicher Rahmen für den Einsatz sowie Koordination mit Netzbetreibern und militärischer Führung.

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