Mehr als 1,2 Mio. Menschen ohne Strom in Kiew und Tschernihiw nach nächtlichem russischen Angriff — Ausmaß und Wiederaufbauplan

Massiver nächtlicher Angriff Russlands legte Stromnetze lahm — was bereits geschehen ist, wer an der Wiederherstellung arbeitet und warum sich amtliche und kommerzielle Schätzungen unterscheiden.

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Nächtlicher Angriff und Ausmaß der Schäden

Nach Angaben des Vizepremierministers für Wiederaufbau und Ministers für die Entwicklung von Gemeinden und Regionen, Oleksii Kuleba, blieben infolge des nächtlichen Beschusses in Kiew und der Oblast Tschernihiw über 1,2 Mio. Verbraucher ohne Strom. Seinen Angaben zufolge wurden über das Gebiet der Ukraine mehr als 370 Drohnen und 21 Raketen verschiedener Typen abgeschossen, wodurch Infrastrukturobjekte beschädigt wurden.

„In Kiew sind über 800.000 Abonnenten — ohne Strom. Störungen der Wärmeversorgung wurden in rund 6.000 Gebäuden registriert, in mehr als 2.000 ist sie vollständig ausgefallen. Infolge der nächtlichen Angriffe gibt es Unterbrechungen in der Wasserversorgung der linksufrigen Stadtteile und des Petscherskyj-Bezirks am rechten Ufer. Die Wasserversorgung planen wir im Laufe des Tages wiederherzustellen.“

— Oleksii Kuleba, Vizepremierminister für Wiederaufbau und Minister für die Entwicklung von Gemeinden und Regionen

Reaktionen: Wer was tut

Stadt- und Regionalbehörden, Notfall- und Einsatzkräfte koordinieren die Wiederherstellungsarbeiten. Laut Kuleba läuft die Beseitigung der Folgen im verstärkten Modus: Die Einsatzteams werden nach Prioritäten ausgerollt — Krankenhäuser, Heizwerke, kritische Infrastruktur. In Tschernihiw wird berichtet, dass die Heizwerke in Betrieb sind und die Stadt dank Reservestromquellen mit Wärme versorgt wird.

„In Tschernihiw sind über 400.000 Verbraucher ohne Strom. Alle Heizwerke arbeiten, die Stadt ist mit Wärme versorgt. Die Wasserversorgung ist ebenfalls dank alternativer Energiequellen sichergestellt.“

— Oleksii Kuleba, Vizepremier

Unterschiedliche Zahlen — warum Verwirrung entsteht

Parallel zu den offiziellen Einschätzungen Kulebas veröffentlichten Energieunternehmen eigene Daten. So meldete DTEK, dass in Kiew zeitweise etwa 88.000 Familien ohne Strom waren. Die Abweichungen lassen sich durch unterschiedliche Zählmethoden («Verbraucher/Abonnenten» vs. «Familien/Haushalte»), zeitliche Unterschiede bei der Datenerhebung und die schrittweise Wiederinbetriebnahme der Netze erklären.

„88.000 Familien in Kiew nach dem Angriff ohne Strom“

— DTEK, Energieunternehmen

Kontext und Risiken

Dieser Angriff ist Teil einer Strategie, die kritische Infrastruktur ins Visier nimmt, um das Leben der Zivilbevölkerung und die Arbeit der Rettungsdienste zu erschweren. Die Folgen verschärfen sich in der Winterzeit: Stromausfälle sind mit dem Risiko von Unterbrechungen in der Wärme- und Wasserversorgung verbunden, besonders für vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Kurzfristige Prognose: Die Wiederherstellung grundlegender Dienstleistungen wird schrittweise erfolgen — zuerst die kritische Infrastruktur, anschließend der Wohnsektor. Die Geschwindigkeit der Reparaturen hängt von der Sicherheit der Einsatzgebiete, der Verfügbarkeit von Ersatzkapazitäten und der Koordination zwischen Netzbetreibern ab.

Was für Leser wichtig ist zu wissen: Die Lage ist dynamisch — die Zahlen können im Tagesverlauf variieren. Derzeit liegt der Schwerpunkt darauf, Krankenhäuser, Heizwerke und die Wasserversorgung zu sichern. Die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und die Geschwindigkeit der Wiederherstellung hängen von der Einsatzbereitschaft der Teams, den Reservesystemen und einer klaren Kommunikation zwischen Behörden und Energieversorgern ab.

Die Frage für morgen: Wird die inländische und internationale Unterstützung ausreichen, um die Wiederherstellung der Infrastruktur zu beschleunigen und ihre Widerstandsfähigkeit gegen solche massiven Angriffe zu erhöhen?

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