Negativrekord bei Lohnrückständen: mehr als 36.600 Verfahren und Risiken für Arbeitnehmer und die Wirtschaft

Das Register verzeichnet das schlechteste Jahr in den letzten fünf Jahren: etwa 9.100 neue Fälle im Jahr 2025. Wir erklären, wer darunter leidet und was das für die kommunalen Haushalte und die Arbeitssicherheit bedeutet.

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Kurzfassung

Zu Beginn des Jahres 2026 sind im Einheitlichen Schuldnerregister 36 629 aktive Verfahren wegen nicht gezahlter Löhne verzeichnet — und das ist der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Im Jahr 2025 wurden etwa 9,1 Tsd. neue Fälle eröffnet (laut Register — 9 174), wobei mehr als die Hälfte dieser Verfahren bislang nicht geregelt ist.

Was genau verzeichnet wurde

Die Monitoring-Daten, veröffentlicht von Opentadatabot, zeigen: Das Problem ist kein Einzelfall und weist eine stabile geografische sowie sektorale Struktur auf.

Die meisten Verfahren entfallen auf die chemische Industrie — über 2 600 Fälle (≈29 % des Gesamtvolumens). Ebenfalls betroffen sind Unternehmen der Strom- und Gasversorgung. Nach Eigentumsform entfallen 62 % der Schulden auf den privaten Sektor, rund 25 % auf kommunale Unternehmen und 13 % auf staatliche Stellen.

Geografisch ist die Lage am schlimmsten in der Oblast Dnipropetrowsk — mehr als ein Drittel aller Verfahren (≈3 200). Ebenfalls in der Liste der Regionen mit hohen Werten: Oblast Iwano‑Frankiwsk (≈1 100), Oblast Sumi (897) und Oblast Lwiw (770). Gleichzeitig ist die Anzahl der Verfahren in einigen Regionen minimal — Beispiele sind Luhansk (1 Fall) und die Oblast Tscherniwzi (4 Fälle).

"Im Einheitlichen Schuldnerregister sind mehr als 36 600 aktive Verfahren wegen nicht gezahlter Löhne verzeichnet."

— Opentadatabot (Monitoring der Register, Datenstand: Anfang 2026)

Warum das wichtig ist

Das ist nicht nur Statistik: Lohn ist eine Lebensgrundlage für Familien. Wachsende Rückstände erhöhen das Risiko sozialer Spannungen, verringern die Kaufkraft und schwächen die Steuereinnahmen der lokalen Haushalte. Für kritische Sektoren — Chemie und Energie — können Zahlungsverzögerungen zudem Logistik, technische Wartung und die Sicherheit der Produktion erschweren.

Kontext und Trends

Das vergangene Jahr war das schlechteste binnen fünf Jahren: Die 2025 eröffneten Verfahren überstiegen den bisherigen Negativrekord. Ein Teil der Fälle zieht sich bis ins Jahr 2017 zurück; darunter Verfahren gegen das staatliche Unternehmen «Поліськгеодезкартографія», das sich derzeit in einem Zustand der Einstellung der Tätigkeit befindet.

Zur Erinnerung: Stand 6. August 2024 waren im Register über 34 000 Verfahren verzeichnet, während 1 872 Unternehmen Löhne nicht ausgezahlt hatten. Die Dynamik zeigt, dass das Thema systemisch ist und sich nicht auf einzelne Krisenperioden beschränkt.

Was die Situation verändern könnte

Ökonomen und Gewerkschaftsvertreter verweisen auf mehrere praktische Maßnahmen: Verstärkung der Arbeitsschutzaufsicht, Beschleunigung gerichtlicher Verfahren zur Eintreibung von Forderungen, Unterstützung von Arbeitnehmern ohne Einkommen und Zusammenarbeit mit Eigentümern von Unternehmen zur Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit. Es handelt sich um ein Maßnahmenpaket, das Koordination zwischen der Zentralregierung, den lokalen Verwaltungen und der Wirtschaft erfordert.

Fazit

Der Anstieg der Lohnrückstände ist ein Signal nicht nur für Probleme einzelner Arbeitgeber, sondern für ein erhöhtes Risiko für die Stabilität der Einkommen ukrainischer Familien und der lokalen Wirtschaften. Ob Staat und Markt diese Signale in konkrete Instrumente zum Schutz der Beschäftigten und zur Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmen verwandeln können, ist die Schlüsselfrage für die kommenden Monate.

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