Was passiert ist
Geld liebt die Ruhe, doch diese Zahlen sollte man kennen. Am 27. Januar gab European Lithium Limited (Australien) die Übernahme von 100 % der Anteile an der US-amerikanischen Velta Holding bekannt — einem Unternehmen für den Abbau und die Verarbeitung von Titanrohstoffen in der Ukraine. Die Vereinbarung erfolgte ohne Barzahlung: European Lithium wird etwa 173 Mio. eigene Aktien übertragen.
Velta besitzt den Бирзулівський гірничо‑збагачувальний комбінат und das Лікарівське‑Vorkommen in Zentralukraine. Das Unternehmen ist auf den Abbau von Ilmenit und die Entwicklung von Technologien zur Herstellung von Titanpulvern spezialisiert — einem in der Additiven Fertigung und in Hightech‑Produktionen gefragten Material. Schätzungen zufolge kontrolliert Velta etwa 2 % des Weltmarktes für Titanrohstoffe und steht auf der Liste der prioritären Projekte des Abkommens USA–Ukraine über mineralische Ressourcen.
„Die Partnerschaft mit Velta Holding ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung der Präsenz von European Lithium auf dem Markt für kritische und strategische Mineralien.“
— Tony Sage, Executive Chairman von European Lithium
Das Management von Velta unter der Leitung des генеральний директор Андрія Бродського wird im Unternehmen verbleiben und für die Entwicklung der Projekte in der Ukraine und den USA verantwortlich sein. Zu den Plänen gehören der Ausbau eines CRM‑Clusters in der Oblast Kirovohrad sowie der Aufbau in den USA eines vollständigen Produktionszyklus: vom Abbau bis zur Herstellung von metallischem Titan und Pulvern mit hoher Wertschöpfung.
„Das ist horizontale und vertikale Integration: der Übergang vom Rohstoffmodell zur Produktion von metallischem Titan und kritischen Materialien mit hoher Wertschöpfung. Für die Ukraine bedeutet das: Investitionen, Arbeitsplätze, neue Technologien.“
— Андрій Бродський, генеральний директор Velta Holding
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Erstens ist dies eine Investition in die industrielle Infrastruktur und nicht nur eine Finanztransaktion. Die Beibehaltung des lokalen Managements bedeutet, dass die Schlüsselentscheidungen über die Erschließung der Vorkommen und die Verarbeitung in der Ukraine und nicht ausschließlich im Ausland getroffen werden.
Zweitens erhöht die vertikale Integration — vom Abbau bis zu Pulvern und fertigen Komponenten — die Wertschöpfung im Land, schafft Arbeitsplätze und verringert die Abhängigkeit vom Import von Bauteilen. Für Partner in der EU und den USA stellt dies einen transparenten und zuverlässigen Versorgungskanal mit kritischen Materialien dar.
Auswirkungen auf den Markt und die Sicherheit
Titanpulver und -metall sind nötig für die Luftfahrt, die Verteidigungsindustrie und die Hightech‑Fertigung. Die Stärkung der Lieferketten durch ukrainische Assets dient der strategischen Resilienz der Verbündeten — besonders vor dem Hintergrund der Bestrebungen der EU und der USA, die Versorgung mit kritischen Materialien zu diversifizieren und von Quellen unabhängig zu machen, die von feindlichen Staaten kontrolliert werden.
Risiken und nächste Schritte
Die Vereinbarung eröffnet Chancen, beseitigt aber nicht die Herausforderungen: Die Umsetzung industrieller Projekte hängt von Finanzierung, Logistik, Genehmigungsverfahren und natürlich von Sicherheitsgarantien für die Anlagen in Kriegszeiten ab. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Volatilität der Rohstoffpreise und der Wettbewerb um Lizenzen (zum Beispiel hatte Velta im Jahr 2026 Anspruch auf das Lithiumfeld «Добра» angemeldet, doch andere Investoren — das Konsortium Techmet und The Rock Holdings — gingen als Sieger hervor).
Praktisch bestehen die nächsten Schritte aus technischem Audit, Abstimmung der Investitionspläne und dem Start von Infrastrukturprojekten. Für die Ukraine ist es entscheidend, die Absichtserklärungen in unterzeichnete Verträge zu überführen, die Arbeitsplätze und technologische Entwicklung in der Region garantieren.
Fazit
Diese Vereinbarung ist ein Beispiel dafür, wie private Investitionen zu einem Instrument der wirtschaftlichen Erholung und zur Stärkung strategischer Autonomie werden können. Jetzt sind die Partner am Zug: von Ankündigungen zur Umsetzung von Projekten, die der Ukraine echten Mehrwert liefern und ihre Rolle in den globalen Lieferketten kritischer Materialien stärken.