Halliburton ist bereit, nach Venezuela zurückzukehren — was das für den Energiemarkt und die Risiken für Investoren bedeutet

Einer der weltweit größten Öldienstleister sagt, er könne die Arbeit „in wenigen Wochen“ nach einer US-Lizenz wieder aufnehmen. Wir beleuchten, warum das wichtig ist und welche Fragen offen bleiben.

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Kurz

Halliburton erklärte, dass sie bereit sei, ihre Tätigkeit in Venezuela zügig wieder aufzunehmen, sobald sie die entsprechenden Lizenzen und Zahlungsgarantien seitens der USA erhalte. Informationen über die Pläne des Unternehmens verbreiteten Reuters und Bloomberg nach dem Quartalsbericht von Halliburton.

Was passiert ist

Der Geschäftsführer von Halliburton, Jeff Miller, teilte Investoren mit, dass das Unternehmen Ausrüstung und Personal „innerhalb weniger Wochen“ mobilisieren könne, sofern es die Genehmigung der US-Regierung und Sicherheit bei den Zahlungen erhalte. Im Jahr 2020 schrieb Halliburton seine Investitionen in Venezuela aufgrund der Sanktionen ab – behielt jedoch die lokale juristische Einheit, Anlagen und Ausrüstung. Das Unternehmen schaltete außerdem Stellenanzeigen für Einsätze in Venezuela, was auf Vorbereitungen für eine mögliche Rückkehr hindeutet.

"Ich bin begeistert von den enormen Möglichkeiten für Halliburton in Venezuela. Wir können uns innerhalb weniger Wochen mobilisieren... und ich freue mich sehr darüber"

— Jeff Miller, CEO von Halliburton

Warum das wichtig ist

Erstens verändert die Rückkehr großer Servicedienstleister das Kräfteverhältnis in der Region: Investitionen in die lateinamerikanische Ölindustrie können die Fördermengen beschleunigen und das globale Ölangebot beeinflussen. Zweitens ist Halliburtons Bereitschaft ein Signal an Wettbewerber und an die Finanzmärkte, dass eine Wiederaufnahme von Geschäften dort möglich ist, wo zuvor nur staatliche oder wenig leistungsfähige Auftragnehmer tätig waren.

Wichtig für den ukrainischen Leser: Jede Veränderung in den globalen Energieströmen wirkt sich auf Preise und auf die geopolitischen Prioritäten der Partner aus. Wenn westliche Unternehmen in Märkte zurückkehren, in denen ihre Präsenz zuvor eingeschränkt war, bedeutet das eine Neuausrichtung von Ressourcen, Logistik und politischen Anstrengungen internationaler Verbündeter.

Risiken und offene Fragen

Die wichtigsten Hürden sind die Erlangung von Lizenzen durch die USA und Zahlungsgarantien in einem schwierigen politischen Umfeld. Weitere Faktoren: Betriebskosten, Konkurrenz (insbesondere SLB/Schlumberger) sowie rechtliche und reputationsbezogene Risiken im Zusammenhang mit Tätigkeiten in einem politisch instabilen Land. Ebenfalls zu beachten: Halliburton wird nicht automatisch zurückkehren — Interesse muss in unterzeichnete Verträge und tatsächliche Lieferungen von Ausrüstung umgesetzt werden.

Fazit

Die Aussagen von Halliburton sind mehr als PR: Sie dokumentieren die Bereitschaft eines großen Akteurs, schnell auf politische Entscheidungen aus Washington zu reagieren. Der nächste Schritt sind Entscheidungen der US-Administration und kommerzielle Garantien. Ob sich das Interesse in Investitionsvolumina verwandelt und ob dies die globalen Energieströme beeinflussen wird, ist eine Frage, auf die Märkte und Regierungen warten.

Quellen: Reuters, Bloomberg, Quartalsbericht von Halliburton.

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