Historischer Urals-Abschlag für Indien: Druck auf Russlands Einnahmen und Folgen für die Märkte

Reuters: Die Flaggschiff-Sorte des russischen Öls wurde in Indien mit einem Abschlag von 10 US-Dollar pro Barrel verkauft – der größte seit 2022. Wir analysieren, warum das geschah und was das für den russischen Haushalt, die Diversifizierung Indiens und die Energiesicherheit der Region bedeutet.

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Kurz

Laut Reuters wurde Urals-Öl mit Lieferung zu indischen Häfen im Februar mit einem Abschlag von etwa $10 pro Barrel gegenüber Brent verkauft — der größte Abschlag seit 2022. Der Abschlag stieg um $3–5 im Vergleich zum Herbst 2025 und nähert sich rekordhohen Werten.

Warum das geschah

Das ist das Ergebnis mehrerer synchroner Faktoren: US-Sanktionen gegen einzelne russische Ölakteure (seit Dezember 2025), die Umlenkung von Ölströmen nach den europäischen Beschränkungen sowie die aktive Diversifizierung der Einkäufe durch Indien unter Druck aus Washington. Gleichzeitig erhöht China seine Importe von Urals, doch das Gesamtangebot und geopolitische Risiken drücken den Preis und zwingen Verkäufer zu größeren Abschlägen.

Positionen der Akteure: Indien, China, USA

Indien ist seit 2023 ein wichtiger Käufer von Urals geworden, versucht nun aber, wirtschaftliche Vorteile und geopolitische Risiken auszubalancieren. Reuters berichtet, dass Indian Oil Corp etwa 7 Mio. Barrel gekauft hat, unter anderem von Petrobras, mit Lieferung im März — ein Signal für Diversifizierungsbestrebungen. Parallel dazu deutet Washington an, zusätzliche Zölle möglicherweise aufzuheben als Instrument zur Beeinflussung der indischen Politik.

Was das für russische Einnahmen bedeutet

Reuters schätzt vorläufig, dass die Öl- und Gaseinnahmen Russlands deutlich zurückgehen könnten — auf etwa 46% im Januar (aufgrund fallender Preise und der Aufwertung des Rubels). Für ein Land, das auf den Export von Energieträgern angewiesen ist, bedeutet das weniger fiskalen Spielraum zur Aufrechterhaltung der Staatsausgaben und zur Finanzierung der Außenpolitik.

"Billiges Urals könnte die Aufmerksamkeit indischer Raffinerien auf sich ziehen, aber Neu-Delhi sucht vorerst Alternativen wegen des Drucks der USA."

— Händler, Reuters-Quellen

Auswirkungen für die Ukraine und die regionale Sicherheit

Geringere Einnahmen Russlands schwächen dessen Fähigkeit, langfristig militärische und destabilisierende Programme zu finanzieren. Das ist keine unmittelbare Lösung, aber ein wichtiger Druckfaktor im Zusammenspiel von Sanktionen und Marktmechanismen. Zugleich sichert die teilweise Umleitung der Lieferungen nach China Moskau Einnahmequellen — daher ist für die Ukraine die wichtigste Aufgabe, die Stabilität des Sanktionsregimes zu gewährleisten und die Diversifizierung der Energielieferketten ihrer Partner zu beschleunigen.

Fazit — was als Nächstes zu erwarten ist

Bleibt der Urals-Abschlag hoch, wird der Druck auf den russischen Haushalt zunehmen. Für die Partner der Ukraine ist das ein Signal: Sanktionen und marktliche Beschränkungen wirken, aber diplomatische Erklärungen müssen in konkrete wirtschaftliche Entscheidungen und Verträge umgesetzt werden. Energiemärkte sind volatil — daher muss die Strategie den Druck auf die wirtschaftlichen Einnahmequellen des Aggressors mit der Stärkung der Energiesicherheit in der Region verbinden.

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