LG Electronics erlitt ersten Quartalsverlust seit neun Jahren — Rekordumsätze konnten die Marge nicht retten

Der südkoreanische Riese erklärt den Verlust mit nachlassender Nachfrage und harter Konkurrenz. Das ist nicht nur ein buchhalterisches Minus — es ist ein Zeichen für den Druck auf Lieferketten und Geschäftsmodelle von Elektronikherstellern, das auch für ukrainische Zulieferer relevant ist.

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Was passiert ist

Im vierten Quartal 2025 verzeichnete LG Electronics einen operativen Verlust in Höhe von 109,4 Milliarden Won (etwa 75,2 Mio. US-Dollar). Das Unternehmen teilte auf seiner Website mit, dass dies der erste operative Quartalsverlust seit Ende 2016 sei.

Trotzdem stieg der Quartalsumsatz um 4,8% — auf 23,85 Billionen Won (etwa 16,4 Mrd. US-Dollar), und für das Jahr erreichte der Umsatz mit 89,2 Billionen Won (≈ 61,5 Mrd. US-Dollar) einen Rekord. Gleichzeitig ging das operative Jahresergebnis um 28% zurück — auf 2,48 Billionen Won (≈ 1,71 Mrd. US-Dollar).

"Den operativen Quartalsverlust erklärte das Unternehmen in erster Linie mit einem Rückgang der Nachfrage nach Fernsehern und Haushaltsgeräten sowie mit harter Konkurrenz."

— LG Electronics, Pressestelle

Warum das wichtig ist

Auf den ersten Blick sind die Zahlen widersprüchlich: steigende Umsätze bei gleichzeitig sinkender Rentabilität. Diese Entwicklung deutet auf Margendruck hin — sinkende Preise, gestiegene Komponentenpreise oder höhere Betriebskosten fressen die zusätzlichen Umsätze auf.

Im zweiten Halbjahr wirkten sich auch einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Programm für vorzeitige Ruhestände auf die Ergebnisse aus. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil des Verlustes einmalig ist, doch der strukturelle Druck durch Konkurrenz und Nachfrageschwankungen bleibt bestehen.

Folgen für die Märkte und für die Ukraine

LG ist einer der führenden Hersteller von OLED‑Displays und Haushaltsgeräten. Eine Abschwächung seiner Marge kann zu mehreren Folgen führen: Neuordnung der Zulieferer, verstärkter Preiskampf und beschleunigte Kostenoptimierung. Das ist auch ein Signal an Unternehmen in den globalen Lieferketten — von Komponentenlieferanten bis zu Logistikdienstleistern.

Für die Ukraine hat dieser Vorfall praktische Bedeutung: Im Falle einer Umstrukturierung der Lieferketten eröffnen sich Chancenfenster für wettbewerbsfähige Zulieferer und Dienste mit geringeren Kosten oder Nischenlösungen. Gleichzeitig erfordert dies Investitionen in Zertifizierung, Qualitätsstandards und die Integration in internationale Lieferketten.

Was als Nächstes zu erwarten ist

Wahrscheinliche Schritte von LG sind ein Fokus auf Effizienzsteigerung, die Neuorientierung auf Premiumprodukte mit höheren Margen und der Abbau einmaliger Kosten. Der Markt für Haushaltsgeräte könnte eine Phase der Konsolidierung oder verstärkten Innovation durchlaufen: Unternehmen werden sich entweder zusammenschließen oder in Vorteile investieren, die eine höhere Rentabilität bieten.

Offen ist die Frage: Wird der Margendruck den Sektor zu technologischer Erneuerung antreiben, oder werden Wettbewerber einen noch härteren Preiskrieg aufzwingen können? Die Antwort entscheidet darüber, wer Treiber des globalen Marktes für Displays und Haushaltsgeräte bleiben wird — und welche Chancen sich daraus für ukrainische Unternehmen in der Wertschöpfungskette ergeben.

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