Vitkoff über das Vertrauen in Putin nach einem Friedensabkommen — welche Garantien braucht die Ukraine?

Der US-Sondergesandte sagte auf der YES-Konferenz, dass ein Friedensabkommen die Wiederherstellung der Beziehungen von beiden Seiten erfordere — aber die Hauptforderung der USA sei einfach: Die Ukrainer müssen sich sicher sein, dass sich der Krieg nicht wiederholt. Wir analysieren, was das für Sicherheitsgarantien und die nächsten Schritte bedeutet.

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Володимир Путін (Ілюстративне фото: EPA)

Warum das wichtig ist

Frieden ist nicht nur eine Unterschrift auf Papier. Er bemisst sich an Vertrauen, an Garantiemechanismen und daran, ob die Ukraine die Kontrolle über ihre eigene Sicherheit wiedererlangen kann. Der Auftritt des US‑Sondergesandten Steve Witkoff auf der YES‑Konferenz am 24. Februar unterstrich, dass eine Vereinbarung ohne die Wiederherstellung positiver Beziehungen zwischen den Parteien instabil sein wird. Das ist ein Signal an unsere Partner: Garantien müssen keine bloßen Erklärungen sein, sondern konkrete Instrumente.

Was genau auf der YES gesagt wurde

"Wir werden keine Übereinkunft schließen können, wenn wir keine positiven Beziehungen zu beiden Seiten herstellen. Ich glaube, dass wir Fortschritte machen, und ich hoffe, dass dieser Krieg beigelegt wird. Wir werden alles tun, um die Seiten einander näherzubringen, damit sie sich einigen und alle Fragen lösen können"

— Steve Witkoff, Sondergesandter des US‑Präsidenten

Während derselben Diskussion betonte Witkoff eine zentrale Bedingung der USA: Frieden ist unmöglich, solange das ukrainische Volk nicht sicher sein kann, dass sich der Krieg nicht wiederholt. Das ist eine Position, die den Fokus verschiebt – von einer Verhandlungsformel hin zu Garantien der Unumkehrbarkeit von Aggression.

"Wenn die Partner einen Friedensvertrag schließen, werden sie jemals dem russischen Diktator Wladimir Putin oder seinen Nachfolgern vertrauen können, und werden diese die Souveränität der Ukraine respektieren?"

— Aleksander Kwaśniewski, dritter Präsident Polens (Frage an Witkoff)

Kontext und wichtige Details

Bei der Veranstaltung wurde außerdem berichtet, dass in den jüngsten dreiseitigen Verhandlungen Fragen zu Territorien vorübergehend zurückgestellt wurden, um bei Garantien und prozeduralen Aspekten Fortschritte zu erzielen. Das ist ein taktischer Schritt – löst aber nicht die schwierigsten Fragen zu Status und Sicherheit vom Tisch.

Zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die USA sich seiner Darstellung zufolge einer russischen Forderung angeschlossen hätten, ukrainische Kräfte aus Teilen des Donbass abzuziehen; in Washington sei zudem die Idee einer demilitarisierten "Freien Wirtschaftszone" diskutiert worden. Das ist ein Streitpunkt und eine Vertrauensprobe zwischen Kiew und den Partnern.

Was das praktisch bedeutet

Für die Ukraine — die zentrale Aufgabe besteht darin, die gute Absicht der Partner in rechtlich bindende Mechanismen umzuwandeln (Garantien, Kontrollsysteme, Reaktionsmechanismen bei Verstößen). Nur solche Instrumente machen die Wiederherstellung ukrainischer Sicherheit real und nicht nur deklarativ.

Für die Verbündeten — ein Test der Bereitschaft, nicht nur Worte der Unterstützung zu senden, sondern Ressourcen einzubringen und Institutionen zu schaffen, die die Unumkehrbarkeit der Konsequenzen im Falle einer Vertragsverletzung garantieren.

Wie es weitergeht

Am Abend des 25. Februar fand ein weiteres Telefongespräch zwischen den Präsidenten der Ukraine und der USA statt. Nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj unterstützt Donald Trump die Durchführung eines Treffens auf Ebene der Staatschefs nach den nächsten dreiseitigen Verhandlungen, die für Anfang März geplant sind. Das schafft ein Zeitfenster zur Abstimmung der Garantiemechanismen.

Nun sind die Partner am Zug: Witkoffs Worte unterstreichen, dass ohne klare, transparente und zwingend durchsetzbare Garantien jede Vereinbarung Gefahr läuft, nur auf dem Papier zu bleiben. Die ukrainische Gesellschaft und Regierung müssen genau solche Mechanismen einfordern — denn es geht um die Sicherheit von Millionen Menschen.

Offene Frage: Werden die Verbündeten die diplomatische Unterstützung in Instrumente umwandeln, die Garantien wirksam machen — und wie schnell kann das geschehen?

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