US-Justizministerium strebt Beschlagnahme von mehr als 15 Mio. US-Dollar im Netzwerk des Sohnes eines Beraters des iranischen Ayatollahs an — Schlag gegen Geldwäschekanäle

Zwei Zivilklagen vor einem US-Bezirksgericht bringen Mohammad Hossein Shamkhani mit einem Netzwerk in Verbindung, das laut OFAC Milliarden aus dem Verkauf von iranischem und russischem Öl gewaschen hat. Warum das für die Sanktionspolitik und die Sicherheit der Ukraine wichtig ist — kurz und bündig.

17
Aktie:
Фото: EPA / MAANSI SRIVASTAVA

Was passiert ist

Das US-Justizministerium hat zwei zivilrechtliche Klagen beim Bezirksgericht des District of Columbia eingereicht und die Einziehung von mehr als $15 Mio. an Vermögenswerten gefordert, die mit einem Firmennetzwerk in Verbindung stehen, das nach Angaben der Behörde von Mohammad Hossein Shamkhani geleitet worden sei — dem Sohn eines hochrangigen Beraters eines früheren iranischen Staatschefs. Das teilte die Pressestelle des Justizministeriums mit.

Was die Klage genau besagt

In den Unterlagen wird behauptet, dass Shamkhanis Netzwerk den Verkauf und Transport iranischen Öls unter Verstoß gegen US-Sanktionen betrieben und die Herkunft der Ladungen sowie die Rolle iranischer Geschäftspartner verschleiert habe. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums beschreibt die Struktur als einen Komplex aus Tankschiffen, Reedereien und Strohfimen, die angeblich „Milliarden“ an Erlösen aus dem weltweiten Verkauf iranischen und russischen Rohöls waschen, unter anderem an Käufer in China.

Laut der ersten Klage sind fast $13 Mio. mit den Firmen Wellbred Capital Pte. Ltd. und ihrer Tochtergesellschaft Wellbred Trading DMCC verbunden, die nach Ermittlerangaben erworben worden seien, um eine „Marke“ zu schaffen, die nicht mit iranischen Interessen in Verbindung steht. Weitere $2,4 Mio. werden in der Klage gegen Sea Lead Shipping Pte. Ltd. und angeschlossene Strukturen genannt, die vermutlich Transportleistungen für das Netzwerk erbracht haben sollen.

„Dieser Beschuldigte hat nach unseren Erkenntnissen den Islamischen Revolutionsgarden Millionen von Dollar zur Verfügung gestellt und damit US-Sanktionen verletzt – jetzt wird er einen hohen Preis zahlen.“

— Pamela Bondi, Zitat der Pressestelle des US-Justizministeriums

Wie es funktionierte (kurz)

OFAC und das Justizministerium beschreiben das System als Kombination aus der Nutzung von Scheinfirmen, der Umregistrierung von Schiffen, Briefkastenfirmen im Finanzsektor und der Weiterleitung von Zahlungen über neutrale Rechtsordnungen. Eine solche Konstruktion ermögliche es, den wirtschaftlich Berechtigten zu verschleiern und den Handel trotz bestehender Sanktionen fortzusetzen.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Es geht in diesem Fall nicht nur um einen einzelnen Geschäftsmann. Wenn sich die Behauptungen des Justizministeriums bestätigen, handelt es sich um die Zerschlagung von Finanzierungswegen, die Strukturen unterstützen, die dem Westen feindlich gegenüberstehen. Schlupflöcher zur Umgehung von Sanktionen arbeiten oft grenzüberschreitend und können auch Interessen Russlands bedienen — deshalb macht eine Verschärfung der Durchsetzung die internationalen Beschränkungen wirkungsvoller. Für die Ukraine ist das ein Faktor im langfristigen Druck auf die wirtschaftliche Basis regimer, die Aggression betreiben.

Kontext und weitere Risiken

Einziehungsfälle sind zivilrechtlich, nicht strafrechtlich, erlauben aber das Einfrieren und die Einziehung von Vermögenswerten und erschweren so die Arbeit der Netzwerke. Analysten für Sanktionsprogramme in Washington weisen darauf hin, dass solche Präzedenzfälle disziplinierende Effekte haben: Sie erhöhen das Transaktionsrisiko für Mittelsmänner und Käufer von Rohöl.

Hinzu kommt der regionale Kontext: Eine Eskalation im Nahen Osten und damit verbundene Szenarien beeinflussen globale Energieströme und politische Allianzen. Mehr zu den möglichen Eskalationsverläufen und ihren potenziellen Auswirkungen auf die Ukraine gibt es in einem Beitrag von LIGA.net, der mehrere Szenarien analysiert.

Fazit

Die Klagen des Justizministeriums und die Arbeit von OFAC sind Teil einer umfassenden Politik der Durchsetzung von Sanktionen, die nicht nur juristische, sondern auch strategische Wirkung entfaltet. Es geht nicht um eine einzelne Summe, sondern darum, wie stark solche Maßnahmen Mechanismen zur Umgehung von Sanktionen zerstören und die Ressourcen verringern, die Regimen zur Verfügung stehen, die die internationale Sicherheit bedrohen. Ob sich diese juristischen Erfolge in einen systematischen Einnahmeverlust bei den Unterstützern der Aggression verwandeln lassen, wird von der weiteren Koordination der Partner und den Durchsetzungsmöglichkeiten der Behörden abhängen.

Weltnachrichten