Reuters: Iran soll die Durchfahrt indischer Tanker durch die Straße von Hormus erlaubt haben — Folgen für die Märkte und die Ukraine

Reuters berichtete über eine Vereinbarung, die die Risiken der Energieversorgung vorübergehend verringern könnte — doch es gibt widersprüchliche Angaben. Wir erklären, warum das gerade jetzt wichtig ist und wie sich das auf die Kraftstoffpreise in der Ukraine auswirken wird.

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Was passiert ist

Nach Angaben der Agentur Reuters sagte eine indische Regierungsquelle, dass der Iran nach einem Telefongespräch der Außenminister am 10. März zugestimmt habe, Tankern unter indischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erlauben. Gleichzeitig habe eine andere iranische Quelle im Ausland angeblich das Bestehen einer solchen Vereinbarung bestritten – daher bleiben die Details vage.

"Iran wird Tankern unter indischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlauben,"

— Reuters, unter Berufung auf eine indische Regierungsquelle

"Behauptungen über die Vereinbarung werden von einzelnen iranischen Gesprächspartnern im Ausland bestritten."

— Reuters

Warum das wichtig ist

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl: nach Angaben der International Energy Agency (IEA) flossen im Jahr 2025 dort etwa 20 Mio. Barrel pro Tag, das sind rund 25 % des seeseitigen Ölhandels. Reuters berichtet außerdem, dass durch die Meerenge rund 40 % der indischen Rohölimporte laufen. Jede Änderung der Sicherheitslage wirkt sich sofort auf die weltweiten Preise und die Schiffsversicherungen aus.

"Im Jahr 2025 flossen im Durchschnitt 20 Mio. Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag durch die Straße von Hormus."

— International Energy Agency (IEA)

Details und Widersprüche

Reuters fügt hinzu, dass sich rund um die Meerenge 28 Schiffe unter indischer Flagge mit 778 indischen Seeleuten an Bord befinden. Die Agentur berichtete außerdem von zwei Tankern unter ausländischer Flagge, die kürzlich durch die Meerenge gefahren sein sollen und nach Einschätzung auf dem Weg nach Indien waren.

Parallel dazu dokumentierte die Financial Times andere Schutzpraktiken – Schiffe geben sich mitunter als «chinesisch» aus, um Angriffen oder unerwünschter Aufmerksamkeit zu entgehen. Die Ankündigung Washingtons über Versicherungsgarantien und einen Marineeskort (laut Bloomberg) hat sich bislang nicht in großem Umfang unter Schiffseignern durchgesetzt, was zusätzliche Unsicherheit für eine tatsächliche Wiederaufnahme des regulären Verkehrs schafft.

Was das für die Ukraine bedeutet

Schon eine teilweise Stabilisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus könnte den Druck auf die Weltölpreise und verwandte Logistikkosten vorübergehend verringern. Für die Ukraine zeigt sich das in zweierlei Hinsicht: unmittelbar – durch Einfluss auf die Kosten importierter Kraftstoffe; und indirekt – durch die allgemeine Volatilität des Energiemarktes, die Inflation und Haushaltskalkulationen beeinflusst.

Der Effekt dürfte jedoch kaum sofort oder vollständig sein. Zentrale Fragen bleiben: Wird es schriftliche Sicherheitsgarantien für die Schifffahrt geben, welche Versicherungszusagen erhält die Branche, und werden Schiffseigner ihre Praxis der Flaggen- und Eigentumsmanipulationen ändern? Ohne Antworten bleiben Risiken und Prämien für die Frachtversicherung bestehen.

Fazit

Wenn die Vereinbarung bestätigt wird und praktische Mechanismen erhält, könnte sie die Spannungen auf den Energiemärkten etwas verringern. Bislang stehen jedoch widersprüchliche Aussagen und eine Reihe technischer Hürden – Versicherungen, Eskorte, Schiffsregistrierungen. Für die Ukraine ist es wichtig, nicht nur politische Erklärungen zu verfolgen, sondern die tatsächlichen Treibstoffströme, Versicherungsverträge und deren Auswirkungen auf die Inlandspreise.

"Diese Aussagen sind an sich wichtig, aber die zentrale Frage ist, ob sie sich in einen Mechanismus verwandeln, der die Lieferungen stabilisieren kann."

— Energieanalysten, Analyse auf Basis von Daten von Reuters und IEA

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