TotalEnergies setzt die Förderung im Nahen Osten aus — Verlust von 15 % der Produktion und ein Schlag für die Märkte

Geld liebt die Ruhe: Wegen der Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat TotalEnergies einen Teil seiner Aktivitäten im Nahen Osten vorübergehend eingestellt. Wir analysieren, was genau ausgesetzt wurde, wie viel es das Unternehmen kostet und warum das für den globalen Energiemarkt — und für die Ukraine — wichtig ist.

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Вежі французької нафтової компанії TotalEnergies (у центрі) в діловому районі Ла-Дефанс, Нантер, недалеко від Парижа, Франція, 25 серпня 2022 року (фото - EPA)

Was passiert ist

Der französische Öl- und Gaskonzern TotalEnergies hat die vorübergehende Einstellung der Förderung in mehreren Projekten im Nahen Osten angekündigt — unter anderem in Katar, im Irak und auf dem Offshore-Schelf der Vereinigten Arabischen Emirate. Das berichtet Reuters unter Berufung auf eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens.

"Der Betrieb an diesen Anlagen ist entweder bereits eingestellt worden oder der Stilllegungsprozess befindet sich in der Endphase."

— TotalEnergies, offizielle Stellungnahme

Auswirkungen für das Unternehmen und die Märkte

Total schätzt, dass etwa 15% seiner weltweiten Fördermenge betroffen sind — das entspricht ungefähr 10% des Cashflows im Förder- und Handelssegment. Gleichzeitig weist das Unternehmen darauf hin, dass ein Anstieg der Ölpreise um etwa 8 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch die Eskalation zwischen den USA und dem Iran, diesen Verlust im laufenden Jahr teilweise oder vollständig ausgleichen werde. Angaben laut Reuters und dem Unternehmen selbst.

Ein Teil der Anlagen läuft weiter: Onshore-Felder in den VAE, die rund 210.000 Barrel pro Tag liefern, sind nicht betroffen und Öl wird über den Hafen von Fujairah verschifft. Auch die Raffinerie Satorp in Saudi-Arabien arbeitet unverändert, sie ist für die Inlandversorgung von zentraler Bedeutung.

Was das für Handel und Versorgung bedeutet

Auf kurzer Sicht — höhere Preisvolatilität und ein erhöhtes Risiko logistischer Störungen. Total prognostiziert, dass die Auswirkungen auf den Markt für verflüssigtes Erdgas (LNG) begrenzt sein werden — der Verlust im Jahr 2026 könnte etwa 2 Mio. Tonnen betragen, was im globalen Kontext keine dramatische Größenordnung ist, aber in engen Segmenten zusätzlichen Druck erzeugt. Zuvor hatten die VAE, Kuwait und der Irak Förderkürzungen gemeldet; Saudi-Arabien hat zeitweise die Auslieferungen wegen fehlender Lagerkapazitäten reduziert.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Unberechenbarkeit der Öl- und Gaspreise wirkt sich auf die Weltwirtschaft aus: höhere Energiepreise erhöhen die Kosten für Logistik, Treibstoff und Rüstungsbeschaffungen. Für die Ukraine bedeutet das höheren Druck auf den Haushalt und die Notwendigkeit, die Beschaffung von Energieträgern und die Verteidigungslogistik konservativer zu planen. Gleichzeitig eröffnet die Volatilität politischen Spielraum für unsere Partner, die Diversifizierung der Lieferungen zu beschleunigen und die Energiereserven zu erhöhen — Schritte, die die kollektive Resilienz langfristig stärken.

Wie es weitergeht

TotalEnergies berichtet, weitere Kapazitäten in anderen Regionen in Betrieb zu nehmen und den Dialog mit den Aktionären zu intensivieren. Für den Markt ist die entscheidende Frage, wie schnell die Verluste kompensiert werden können und ob der kurzfristige Preisanstieg in einen langfristigen Trend übergeht. Für die Ukraine und ihre Partner stellt sich die Frage, ob dieser Moment genutzt wird, um die Energiesicherheit zu stärken und stabile Lieferketten zu gewährleisten.

Quellen: Reuters; offizielle Stellungnahme von TotalEnergies.

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