Was passiert ist
Am 25. Januar beschossen russische Truppen gezielt das Heizkraftwerk in Cherson mit Artillerie und Drohnen. Die Information bestätigte Сергій Корецький, Vorsitzender des Vorstands der NAK „Naftogaz der Ukraine“, dem das Kraftwerk gehört. Seiner Aussage nach „ist die Lage in Cherson in Bezug auf die Wärmeversorgung eine der kritischsten“.
„Die Lage in Cherson in Bezug auf die Wärmeversorgung ist eine der kritischsten“
— Сергій Корецький, Vorsitzender des Vorstands der NAK „Naftogaz der Ukraine“
Auswirkungen für die Bewohner
Das Heizkraftwerk war die Hauptquelle der Wärmeversorgung für Zehntausende Einwohner Chersons. Anfang Dezember wurde die Anlage bereits wegen Beschuss stillgelegt — damals blieben 470 Gebäude ohne zentrale Wärmeversorgung, das heißt mehr als 40.500 Haushalte. Nach dem neuen Angriff sind die Bewohner gezwungen, alternative Wärmequellen zu nutzen — elektrische oder gasbetriebene Heizgeräte — was das Brandrisiko und die Belastung des Energiesystems erhöht.
Verwundbarkeit der Bevölkerung. Vor dem Krieg lebten in der Stadt etwa 280.000 Menschen; Stand Mitte 2025 sind es nicht mehr als 65.000, und rund zwei Drittel von ihnen sind ältere Menschen im Rentenalter. Das ändert die Prioritäten der Reaktion: der Bedarf an medizinischer Versorgung, Wärme und Logistik wird kritisch.
Taktik der Beschießungen und Ausmaß der Bedrohung
Nach Angaben des Leiters der Gebietsausschussverwaltung Cherson, Олександр Прокудін, hat die Intensität der Beschießungen in letzter Zeit zugenommen. Er erklärte, der Gegner setze immer häufiger kombinierte Angriffe ein, darunter „Molniya“ — Trägerdrohnen, die FPV-Drohnen absetzen, um die Reichweite der Wirkung zu erhöhen.
„Im Moment setzen die Russen verstärkt ‚Molniya‘ ein... Artillerie feuert täglich, MLRS schlagen täglich zu. Wenn Sie in Cherson leben, hören Sie alle zwei Minuten Explosionen“
— Олександр Прокудін, Leiter der Gebietsausschussverwaltung Cherson
Diese Angriffe auf Objekte der kritischen Infrastruktur sind kein Zufall, sondern ein Element einer Strategie, die darauf abzielt, den Druck auf die Zivilbevölkerung zu erhöhen und die Wiederherstellung von Dienstleistungen zu erschweren.
Was Behörden und die Gemeinschaft tun
Die lokalen und regionalen Behörden versuchen, temporäre Lösungen bereitzustellen: Verteilung von Elektroheizgeräten, Anlieferung von Brennstoff, Einrichtung von Wärmezentren. Energieexperten bewerten die Lage als schwierig: Für die Wiederinbetriebnahme des Heizkraftwerks werden sichere Zufahrtswege, Reparaturbrigaden und Materialien benötigt, die unter Beschuss oft nicht geliefert werden können.
Warum das wichtig ist
Es geht nicht nur um Komfort: Längere Heizungsausfälle erhöhen die Gesundheitsrisiken für ältere Menschen, Krankenhäuser und andere kritische Dienste funktionieren schlechter, und die wirtschaftlichen Kosten für Notreparaturen und alternative Energiequellen steigen. Analysten weisen darauf hin, dass systematische Angriffe auf die Infrastruktur langfristige Auswirkungen auf Wiederaufbau und die Rückkehr Binnenvertriebener haben.
Kurzfazit
Dieser Beschuss zeigt, dass die Wiederherstellung der Infrastruktur unter Kampfbedingungen nicht nur lokale Reparaturen erfordert, sondern auch die Koordination mit Partnern: Lieferungen von Ausrüstung, Materialien und geschützten Logistikketten. Jetzt sind internationale Unterstützung und die schnelle Umsetzung von Ankündigungen in konkrete Lieferungen und Finanzierungen gefragt — ohne dies werden Wiederaufbaumaßnahmen ständig scheitern.