Süße Falle: In Lwiw und Kiew wurden Bonbons mit Ecstasy, Cannabis und LSD verkauft – Ausmaß und Risiken

Die Strafverfolgungsbehörden haben ein Netzwerk aufgedeckt, das Psychotropika als Süßigkeiten in einer Kette von „Coffeeshops“ getarnt hat. Das ist nicht nur Kriminalität — es ist eine Frage der Sicherheit für Städte und Jugendliche.

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Aufdeckung der Operation: warum das wichtig ist

In der Oblast Lwiw hat eine gemeinsame Operation der Nationalpolizei und des Staatlichen Zolldienstes ein unterirdisches System aufgedeckt, das Rauschmittel als Süßwaren tarnte und in Lwiw und Kyjiw verkaufte. Das Risiko besteht nicht nur im illegalen Handel, sondern darin, dass die Substanzen als gewohnte Produkte präsentiert wurden und in besonders gefährdete Gruppen, darunter Jugendliche, gelangen konnten.

Ermittlungsdetails

Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden importierten die Mitglieder der Gruppierung aus EU-Ländern Isolate und Destillate mit psychotropen Komponenten sowie Cannabisextrakte und stellten diese in unterirdischen Laboren zu Bonbons, Gummibonbons, Schokoladen und Kartuschen für E-Zigaretten her. Die Produkte wurden als legale Waren getarnt und über ein Filialnetz in zwei Städten vertrieben.

Bei den genehmigten Durchsuchungen beschlagnahmt wurden:

  • mehr als 800 Gummibonbons;
  • mehr als 500 Süßigkeiten und Schokoladen;
  • etwa 300 Kartuschen und Inhalatoren;
  • Kanister und Dosen mit psychotropen Substanzen;
  • 115 Behälter mit Cannabisextrakt, Zip‑Beutel mit psilocybinhaltigen Pilzen, MDMA, LSD und Ketamin;
  • Ausrüstung zur Herstellung, Verpackungsmaterialien und Rohaufzeichnungen.

"Bei den Durchsuchungen wurde eine erhebliche Menge an Produkten und Substanzen sichergestellt, die hergestellt und als Konditoreiwaren getarnt wurden. Drei Personen wurden festgenommen, die sichergestellten Substanzen wurden zur Begutachtung geschickt."

— Nationalpolizei der Oblast Lwiw

Wie das System funktionierte

Das System beruhte auf mehreren Voraussetzungen: Zugang zu Komponenten aus der EU, labortechnische Ausstattung zur Herstellung der Produkte und ein Vertriebsnetz, das den Anschein von Legalität erzeugte. Dieser Ansatz senkt das Misstrauen der Konsumenten und erschwert die frühzeitige Entdeckung des Verbrechens — solange die Ware wie gewohnte Süßigkeiten aussieht.

Rechtliche Bewertung und Verfahren

Festgenommen wurde der 45-jährige Organisator (aus Kyjiw) sowie zwei Frauen aus Lwiw (21 und 22 Jahre). Dem Organisator wurde der Verdacht gemäß Art. 307 Abs. 2 und Abs. 3 des Strafgesetzbuchs der Ukraine mitgeteilt — Strafrahmen bis zu 12 Jahren und Beschlagnahme des Vermögens; den Frauen wird Abs. 2 des Art. 307 zur Last gelegt — 6–10 Jahre mit Beschlagnahme. Der Organisator befindet sich in Untersuchungshaft ohne Kautionsmöglichkeit; für die Frauen wurde Untersuchungshaft mit der Möglichkeit auf Kaution angeordnet. Die Voruntersuchung läuft, die sichergestellten Gegenstände wurden zur Begutachtung geschickt.

Was das für Gemeinden bedeutet und was zu tun ist

Dieser Fall zeigt, wie Kriminelle ihre Vorgehensweisen anpassen: vom Schmuggel von Komponenten bis zur Maskierung des Endprodukts als gewöhnliche Waren. Für die Gemeinden ist das eine Sicherheitsfrage — besonders, wenn es um Produkte geht, die in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen können.

Sicherheitsanalysten ziehen zwei Schlussfolgerungen: erstens die Verschärfung der Kontrolle über den Import von Komponenten und gründlichere Überprüfungen im Einzelhandel; zweitens die Notwendigkeit, Eltern und Schulen über untypische Risiken bei Konsumgütern zu informieren. Die systematische Arbeit der Strafverfolgungsbehörden hat in diesem Fall Wirkung gezeigt — künftig ist jedoch Koordination erforderlich, um eine Wiederholung zu verhindern.

Fragen an Behörden und Gesellschaft: Ist die Lieferkette ausreichend transparent und wie wirksam sind die Kontrollen der Verkaufsstellen, die Produkte mit untypischer Rezeptur anbieten? Die Antworten werden darüber entscheiden, ob solche Systeme Einzelfälle bleiben oder zu einer systemischen Bedrohung werden.

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