Daten: Wachstum, das Analysten bemerkten
Spotify Technology SA veröffentlichte die Zahlen für das vierte Quartal 2025, die die Markterwartungen übertrafen, berichtet Bloomberg. Die Anzahl der Abonnenten erreichte 290 Mio., und die monatliche Nutzerzahl (MAU) — 751 Mio. (im Jahresvergleich +11 %; Analysten hatten im Schnitt 745,2 Mio. erwartet).
Der Quartalsumsatz stieg um 13% auf 4,5 Mrd. Euro, das operative Ergebnis belief sich auf 701 Mio. Euro (gegenüber prognostizierten 639,1 Mio. Euro). Das Unternehmen zahlte Rechteinhabern außerdem über 11 Mrd. US-Dollar im Jahr — 10 % mehr als 2024.
Warum die Zahlen für ukrainische Musiker wichtig sind
Wachstum der Nutzerzahlen und erhöhte Auszahlungen sind nicht nur eine schöne Grafik im Bericht. Für Künstler und Autoren bedeuten sie direkte Einnahmen aus Streams, größere Sichtbarkeit in internationalen Playlists und mehr Möglichkeiten zur Monetarisierung von Inhalten. Wenn die Plattform ihre MAU erhöht, steigt auch der Anteil der „Welle“ von Nutzern, die einen neuen Künstler entdecken.
Plattformen als Instrument kultureller Sicherheit
Mit der positiven Dynamik tauchen zugleich politische Fragen auf. In der Ukraine wird über die Sperrung russischer Interpreten auf internationalen Streamingdiensten per Beschluss des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung diskutiert. Das wirft die Frage auf: Wie lässt sich der Schutz des nationalen Informationsraums mit rechtlichen und geschäftlichen Konsequenzen für die Plattformen vereinbaren?
"Russische Interpreten werden auf Spotify, Apple Music und anderen Plattformen auf Beschluss des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung gesperrt"
— Oleksandr Sanchenko, Vorsitzender des Unterausschusses der Werchowna Rada für die Musikindustrie, Präsident von UAME
Was Spotify selbst sagt
"Das vierte Quartal 2025 verzeichnete den größten Nettozuwachs an MAU in der Geschichte von Spotify"
— offizielle Stellungnahme von Spotify
"Unser 11. Wrapped war größer, mutiger und inklusiver... zum Zeitpunkt des Kampagnenabschlusses hatte Wrapped über 300 Millionen engagierte Nutzer und über 630 Millionen Teilungen in sozialen Netzwerken, in 56 Sprachen"
— Pressestelle von Spotify
Folgen und Risiken
Für die ukrainische Branche ist das eine Chance: Eine wachsende Plattform bedeutet höhere Zahlungen an Urheber und mehr Tools zur Promotion. Gleichzeitig schafft eine Entscheidung zur Sperrung von Inhalten juristische und technische Herausforderungen für die Plattformen und kann die Mechanik von Auszahlungen sowie die algorithmische Verteilung von Inhalten beeinflussen.
Fazit
Spotify zeigt, dass Streaming weiterhin ein zentraler Kanal für den globalen Musikmarkt ist — und damit auch für die ukrainische Musik. Die Aufgabe von Staat und Branche ist es nun, dieses Wachstum in stabile Einnahmen und einen sicheren Informationsraum zu verwandeln, ohne den Zugang zu weltweiten Publikum zu verlieren. Ob Plattformen, Rechtssystem und Markt dafür bereit sind, sind offene Fragen, die in den kommenden Jahren die Einnahmen und die Sichtbarkeit unserer Künstler beeinflussen werden.