Gedenkhelm: Heraskevych gibt das Symbol trotz IOC-Verbots nicht auf

Der Fahnenträger der Ukraine bei den Olympischen Spielen 2026, Vladyslav Heraskevych, sagte, er werde weiterhin einen Helm mit Porträts gefallener Sportler tragen. Diese Frage des Gedenkens wird zu einem Prüfstein für die Regeln des IOC und für die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft gegenüber der Ukraine.

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Was passiert ist

Der ukrainische Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych, der die Flagge der Ukraine bei den XXV. Olympischen Winterspielen in Mailand–Cortina trug, gab eine Pressekonferenz, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) entschieden hatte, seinen „Gedenkhelm“ mit Fotos gefallener ukrainischer Sportler bei den Spielen nicht zuzulassen, berichtet UNN. Heraskevych erklärte, er halte dieses Verbot nicht für gerechtfertigt und plane, den Helm weiterhin beim Training und am Wettkampftag zu tragen.

Position des Sportlers

"Sie haben schon von der Lage in der Ukraine und, sagen wir, von der Ermüdung durch den Krieg gehört. Man muss verstehen, dass dieses Thema in den internationalen Medien mit der Zeit in den Hintergrund rückt. Die Menschen in der Ukraine haben manchmal das Gefühl, vergessen zu werden. Deshalb ist es wichtig, die Welt daran zu erinnern, was jetzt in der Ukraine passiert."

— Vladyslav Heraskevych, Skeletonfahrer, Fahnenträger der ukrainischen Mannschaft

Er betonte, dass das Ausrüstungsteil keine rassistische Diskriminierung oder politische Propaganda enthalte, sondern ein Weg sei, der gefallenen Kameraden aus der Sportszene zu gedenken.

Kontext und Fakten

Auf dem Helm sind 24 ukrainische Sportler abgebildet, die infolge der russischen Aggression ums Leben gekommen sind. Heraskevych fügte hinzu, dass insgesamt unter den Athleten mehr als 500 Opfer des Krieges zu verzeichnen seien. Nach Angaben sei es dem IOC erlaubt worden, das Andenken der Gefallenen zu ehren, doch die Verwendung genau dieses Helms während der Spiele wurde nicht genehmigt.

"Auf diesem Helm sind 24 Menschen, aber insgesamt sind infolge der russischen Aggression mehr als 500 ukrainische Sportler gestorben. Sie können bei diesen Olympischen Spielen nicht antreten. Und ich glaube wirklich, dass ohne ihre Selbstaufopferung der Krieg auch in Europa hätte stattfinden können."

— Vladyslav Heraskevych, Skeletonfahrer, Fahnenträger der ukrainischen Mannschaft

Reaktion des NOK und mögliche Gründe für die Entscheidung des IOC

Vertreter des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine (NOK) haben Heraskevych und sein Bestreben, die Gefallenen gerade durch den „Gedenkhelm“ zu ehren, unterstützt. Auf der anderen Seite werden derartige Entscheidungen des IOC meist mit dem Wunsch begründet, die sportliche Arena gegenüber politischen Symbolen neutral zu halten. Dies erzeugt einen Konflikt zwischen den formalen Regeln des internationalen Sports und dem Bedürfnis der nationalen Gemeinschaft, die Sichtbarkeit ihrer Tragödie und ihres Gedenkens zu bewahren.

Warum das wichtig ist

Diese Geschichte geht über einen einzelnen Athleten oder einen einzelnen Gegenstand hinaus. Sie betrifft, wie internationale Institutionen auf Symbolik von Krieg und Erinnerung reagieren und wie sichtbar die ukrainische Tragödie in einer Welt bleibt, die allmählich das Interesse an anhaltenden Konflikten verliert. Für viele Ukrainer ist die Frage des Helms kein Protest im klassischen Sinne, sondern die Forderung, die Namen derjenigen zu bewahren, die ihr Leben gegeben haben.

Wie es weitergeht

Heraskevych hat bereits erklärt, dass er sich trotz der Haltung des IOC nicht von dem Helm bei Trainings und am Wettkampftag trennen werde. Nun stehen einige zentrale Fragen im Raum: Wird das IOC disziplinarische Maßnahmen ergreifen, oder lässt sich ein Kompromiss finden, der sowohl die Regeln des internationalen Sports als auch das Bedürfnis der Ukraine nach sichtbarem Gedenken erfüllt? Dies ist auch ein Indikator dafür, inwieweit Sportregeln bereit sind, die berufliche und moralische Bedeutung von Symbolik während eines Krieges zu berücksichtigen.

Während die internationale Gemeinschaft die Regeln prüft, sind für viele Ukrainer die Namen hinter den Porträts wichtig. Und in diesem Sinne geht es in dieser Geschichte nicht nur um einen Helm: Es geht um Erinnerung, die die Gesellschaft hartnäckig sichtbar erhalten will.

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