Trilaterale Kammer Rumänien–Ukraine–Moldau: Plattform für Zuschüsse und den Wiederaufbau der Ukraine

Rumänien, Moldawien und die Ukraine starten mit Unterstützung der EU einen Mechanismus, der Fördermittel für den Wiederaufbau und die Stabilisierung der Region lenken soll — vom Wort zur Tat.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern Arbeitsinstrumente

Am 20. Januar kündigten in Kischinau Rumänien, Moldau und die Ukraine ihre Absicht an, eine trilaterale Handels‑ und Industrie­kammer zu gründen. Die von Ukrinform berichtete Initiative wird von der Europäischen Union unterstützt: Es geht nicht um eine Erklärung, sondern um eine praktische Plattform zur Steuerung von Zuschussprojekten und zur Koordinierung des Wiederaufbaus.

Was genau vorgeschlagen wird und wer koordiniert

Zur Umsetzung wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, der Vertreter der drei Länder, des Europäischen Parlaments und der EU angehören. Nach Angaben eines Mitglieds der ukrainischen Delegation, des Vorsitzenden des Bezirksrats von Czernowitz, Mykola Kutsak, wird sich die Gruppe mit der Koordination der weiteren Schritte und dem Start der Plattform befassen, die den Zugang zu Finanzierungen für Wiederaufbau und Unterstützung eröffnen soll.

„In der Praxis kann das eine engere Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern und finanzielle Hilfe für Moldau und die Ukraine auf dem Weg zur EU bedeuten. Insbesondere geht es aus unserer Sicht um den Wiederaufbau der Ukraine nach den Folgen der Kampfhandlungen.“

— Mykola Kutsak, Vorsitzender des Bezirksrats von Czernowitz

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens soll die Plattform die administrativen und Geberkapazitäten der Region bündeln, um die schnellere Umsetzung von Infrastruktur‑ und Sozialprojekten zu ermöglichen. Zweitens ist sie ein Weg zur Gewinnung von Investitionen und Lieferketten, die die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft während des Krieges erhöhen. Drittens stärken gemeinsame Mechanismen mit den Nachbarn das politische Gewicht Kiews bei der Abstimmung von Prioritäten mit Brüssel.

Risiken und Kontext

Die Initiative hat praktisches Potenzial, doch ihre Wirksamkeit wird davon abhängen, wie schnell Absichten in Verträge umgesetzt werden und wie transparent die Verteilung der Mittel erfolgt. Als zusätzlicher Hintergrund machen die jüngsten Aussagen über eine mögliche Annäherung Moldaus an Rumänien (12.–14. Januar) die regionale Koordination empfindlicher gegenüber politischen Veränderungen. Deshalb ist die Schlüsselfrage, ob es gelingt, den technischen und nicht ausschließlich politischen Charakter der Plattform zu bewahren.

Wie geht es weiter

Ein Zeitplan und konkrete Projekte sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Derzeit lohnt es sich zu beobachten, wie die Arbeitsgruppe die vereinbarten Prinzipien in rechtliche und finanzielle Mechanismen überführt. Das ist eine Chance für die Ukraine, den Wiederaufbau durch regionale Instrumente zu beschleunigen — dafür müssen Erklärungen jedoch in unterzeichnete Verträge und klare Verfahren zur Mittelverteilung umgewandelt werden.

Quellen: Mitteilung von Ukrinform über die Konferenz in Kischinau (20. Januar); offizielle Erklärungen von Vertretern der drei Länder und der EU.

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