Kurz
Die Nationalbank der Ukraine hat den offiziellen Wechselkurs der Hrywnja zum US-Dollar auf 44,1636 UAH für 1 US-Dollar festgesetzt, der ab dem 13. März gilt. Dies ist ein neuer historischer Tiefststand der Hrywnja: Vor einem Jahr lag der Kurs bei rund 41,5 UAH, im Oktober bei 42 UAH, und Anfang Januar 2026 überschritt er die Marke von 43 UAH.
Der offizielle Wechselkurs der Hrywnja wurde auf 44,1636 UAH für einen US-Dollar festgelegt, heißt es in der Mitteilung der Nationalbank der Ukraine.
— Pressestelle der Nationalbank der Ukraine
Warum das passiert ist
Die Gründe sind eine Kombination aus internen und externen Faktoren. Laut Angaben der Nationalbank (NBU) ging im Februar die Nettanachfrage nach Fremdwährung deutlich zurück, sowohl im bargeldlosen als auch im Bargeldsegment: Die Nettanachfrage nach Bargeld-Dollar sank auf $0,5 Mrd. (von $0,7–0,8 Mrd. im Zeitraum Oktober–Januar). Gleichzeitig verringerte die NBU den Nettoverkauf von Devisen am Interbankenmarkt auf $3,0 Mrd.
Dazu kam die Abwertung des Euro an den Weltmärkten und eine allgemeine Korrektur der Markterwartungen. Die Nationalbank spiegelt diese Verschiebungen im offiziellen Kurs wider, damit er die Marktlage besser abbildet und den Bedarf an drastischen Interventionen reduziert.
Was das für Sie bedeutet
Preise für Importgüter und -dienstleistungen können schrittweise steigen — teurer werden Treibstoff, Technik, einige Medikamente und Komponenten. Das wird in den kommenden Monaten den Inflationsdruck erhöhen.
Sparguthaben in Fremdwährung werden in Hrywnja (UAH) teurer: Wenn Sie ein Dollar-Konto oder Dollarersparnisse haben, ist deren Wert in Hrywnja gestiegen. Gleichzeitig erhöht eine schwächere Hrywnja automatisch die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure, die für ihre Dollar-Einnahmen mehr Hrywnja erhalten.
Banker und Analysten weisen darauf hin, dass der jetzige Schritt der NBU eher eine Anpassung des Kurses als ein Alarmsignal sei. Wichtiger sei es, das weitere Volumen der Nachfrage nach Fremdwährung und die Entscheidungen der Zentralbank zu Interventionen und Geldpolitik zu beobachten.
Ausblick
Bleibt die Nachfrage nach Fremdwährung niedrig oder stützt ein stärkeres Exportwachstum die Deviseneinnahmen, könnte der Druck auf die Hrywnja nachlassen. Steigen dagegen die Importbelastung oder externe Schocks, könnte sich der Abwertungstrend beschleunigen.
Nun sind die NBU und die Marktteilnehmer am Zug: Werden die Interventionen auf dem aktuellen Niveau gehalten, und wie verändert sich die Nachfrage nach Fremdwährung im März–April? Das ist der Schlüssel zur Stabilisierung des Kurses und zur Eindämmung der Inflation.
Weiteres hängt von den Zahlen und Entscheidungen ab: eine umsichtige Politik der Zentralbank und reale wirtschaftliche Aktivität werden bestimmen, wie dauerhaft sich dieser Kurs erweist.