Ombudsmann prüft monobank nach Veröffentlichung eines Fotos einer Kundin — Risiko für das Bankgeheimnis und die Reputation

In Kriegszeiten ist Vertrauen in Institutionen eine strategische Ressource. Dmytro Lubinets hat ein Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen Verletzung personenbezogener Daten eingeleitet, nachdem ein Mitgründer von monobank einen Beitrag veröffentlicht hatte. Wir erklären, was das für Kunden, die Bank und die Datenschutzpraxis in der Ukraine bedeutet.

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Фото: monobank / Facebook

Vertrauen als strategische Ressource

Der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada Дмитро Лубінець leitete am 12. März ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen die personenbezogenen Daten einer Kundin von monobank ein. Es geht um einen Beitrag des Mitgründers der Bank, Олег Гороховський, in dem ein Foto der Kundin mit einer Flagge im Hintergrund veröffentlicht wurde — später gelöscht.

Was genau passiert ist

Am 9. März veröffentlichte Гороховський ein Foto der Kundin und erklärte, er habe während der Videoidentifikation angeblich eine Flagge gesehen, die nach Jahren des Kriegs eine emotionale Reaktion bei ihm ausgelöst habe. Die Kundin, Карина Кольб, teilte mit, dass sie sich im Ausland aufgehalten habe und auf dem Foto die Flagge Sloweniens zu sehen sei, die sich vom russischen durch das Vorhandensein eines Wappens unterscheidet. Nach einer Welle der Kritik löschte Гороховський den Beitrag und entschuldigte sich und versicherte, dass die personenbezogenen Daten der Kunden geschützt blieben.

"Personenbezogene Daten dürfen nicht zum Instrument öffentlichen Drucks oder zur Erniedrigung werden. Das Gesetz gilt für alle, und dessen Verletzung kann weder durch Emotionen noch durch öffentlichen Aufruhr gerechtfertigt werden."

— Дмитро Лубінець, Menschenrechtsbeauftragter der Werchowna Rada

"Meine Haltung zu dieser Flagge hat sich nicht geändert. Meine Haltung gegenüber der Handlung schon."

— Олег Гороховський, Mitbegründer von monobank

Warum das wichtig ist

Erstens geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Bankgeheimnis und die Datenschutzgesetze. Zweitens schädigen selbst Einzelfälle das Vertrauen in Institutionen des Finanzsektors — in Zeiten, in denen das Vertrauen der Kunden von entscheidender Bedeutung ist, werden Reputationsrisiken zu wirtschaftlichen Risiken.

Juristen und Compliance‑Experten betonen: Die Veröffentlichung eines Kundenfotos ohne klare rechtliche Grundlage kann administrative oder strafrechtliche Folgen haben und erfordern zudem, dass die Bank ihre internen Verfahren zur Videoidentifikation sowie die Schulung des Personals überprüft.

Reaktion und mögliche Folgen

Der Ombudsmann hat eine Prüfung eingeleitet; es wird erwartet, dass Informationen von der Bank eingeholt werden und gegebenenfalls Materialien an die zuständigen Aufsichtsbehörden weitergeleitet werden. Für die Kunden ist eine praktische Frage entscheidend: Wie informiert die Bank über Vorfälle und welche Garantien zum Schutz personenbezogener Daten bestehen tatsächlich.

Was kommt als Nächstes

Die Ergebnisse der Prüfung sollen zeigen, ob ein Gesetzesverstoß vorlag und ob Sanktionen oder Empfehlungen zur Änderung der Praktiken in der Bank erforderlich sind. Im weiteren Sinne ist dies ein Test für das gesamte System: Können Finanzinstitute die emotionale Sensibilität der Gesellschaft in Kriegszeiten mit der Einhaltung von Rechten und Verfahren in Einklang bringen?

Jetzt sind die Aufsichtsbehörden am Zug: Werden diese Schlussfolgerungen in klare Regeln überführt, die sowohl die Sicherheit der Bürger als auch das Vertrauen in die Banken schützen?

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