Russland in einem Jahrzehnt der Stagnation — was das für die Sicherheit und Wirtschaft der Ukraine bedeutet

Der Kreml erkennt erstmals eine systemische Stagnation an: Rückgang des BIP, Defizite und Verluste bei den Öl- und Gaseinnahmen. Wir analysieren, warum das für die Ukraine wichtig ist und welche Möglichkeiten sich unseren Partnern bieten.

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Nach Angaben des Auslandsgeheimdienstes

Der Auslandsgeheimdienst stellt fest: Die russische Wirtschaft ist in einen Stagnationsmodus übergegangen. Nach einem BIP‑Wachstum von 4,5% im IV. Quartal 2024 sanken die Zuwächse auf 1,4% im I. Quartal 2025, dann auf 1,1% im II. Quartal und nur noch 0,6% im III. Quartal. Die offizielle Rhetorik verpackt dies als „geplante Abkühlung“, aber die Zahlen zeichnen ein anderes Bild: Haushaltsdefizite sind sowohl auf Bundes- als auch auf Regionalebene spürbar.

"Eine solche Entwicklung bedeutet keine vorübergehenden Schwierigkeiten, sondern eine tiefe und anhaltende Degradation der Wirtschaft. Russland tritt in ein Jahrzehnt ein, in dem eine Erholung unwahrscheinlich erscheint und die finanziellen Verluste unvermeidlich sind."

— Auslandsgeheimdienst

Haupttreiber der Probleme

Einer der zentralen Faktoren ist der Rückgang der Einnahmen aus Öl und Gas: nach Berechnungen werden sie sich voraussichtlich um etwa 43% gegenüber dem Niveau von 2019 verringern. Das bedeutet nicht nur weniger Geld im Haushalt, sondern auch eingeschränkte Möglichkeiten, große staatliche Programme, Infrastruktur und — kritisch — die Verteidigung in ihrem jetzigen Umfang zu finanzieren.

Was das für die Ukraine bedeutet

Erstens schwächt eine langanhaltende wirtschaftliche Stagnation die Ressourcenbasis des Aggressors: sinkende Einnahmen erschweren die langfristige Finanzierung groß angelegter militärischer Projekte und Beschaffungen. Zweitens erhöhen Defizite und wirtschaftlicher Druck das Risiko innerer Instabilität und verstärkter Repressionen — das verändert Szenarien, macht den Krieg jedoch nicht unmöglich. Drittens ist das für die Ukraine eine Chance: Internationale Sanktionen und diplomatischer Druck haben mehr Zeit, wirkungsvoller an den finanziellen Hebeln des Kremls anzusetzen, und zugleich können Partner ihre Unterstützung verstärken, während Russlands Ressourcen schrumpfen.

Praktische Folgen und Empfehlungen

Analysten heben drei praktische Folgen hervor: 1) eine verminderte Fähigkeit des Kremls, Verluste schnell wieder auszugleichen; 2) eine verstärkte Konkurrenz um knappe Ressourcen innerhalb der Elite; 3) mögliche Überbeanspruchung der Regionalhaushalte, die die logistische Grundlage für langwierige Operationen schmälert. Für die Ukraine und ihre Partner lautet die Logik einfach: den Sanktions- und finanziellen Druck aufrechterhalten, die energiepolitische Diversifizierung Europas stärken und die militärisch-technische Unterstützung ausbauen, die die wirtschaftliche Schwäche des Gegners in einen strategischen Vorteil verwandelt.

Fazit

Die Zahlen deuten nicht auf einen vorübergehenden Einbruch, sondern auf ein strukturelles Problem hin: Russland tritt in eine Phase ein, in der die Erholung langwierig und teuer sein wird. Für die Ukraine ist das keine Garantie für einen schnellen Sieg, wohl aber eine Chance für konsequente politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Partnern. Jetzt ist es wichtig, dass Solidaritätserklärungen in langfristige Pläne und Mittel umgesetzt werden, die unsere Sicherheit und wirtschaftliche Resilienz stärken.

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