Die Nominierten für den 98. Oscar wurden bekanntgegeben. An der Spitze der Liste stehen «Die Sünder», «Eine Schlacht nach der anderen» und «Frankenstein» — und genau diese Titel geben den Ton der diesjährigen Filmsaison vor. Es ist nicht nur eine Auszählung der Stimmzettel: hinter den Nominierungen stehen Veränderungen in den Vorlieben der Akademie, Markttrends und eine Chance für Genrefilme, aus der Randexistenz herauszutreten.
"Der Horrorfilm «Die Sünder» erhielt rekordverdächtige 16 Nominierungen, darunter die wichtigsten Kategorien"
— Reuters / UNN
Warum der Rekord von «Die Sünder» wichtig ist
Der Film, der soziales Drama mit Elementen des Übernatürlichen verbindet, erhielt 16 Nominierungen — ein historischer Höchstwert für das Horrorgenre. Das ist ein Signal: die Akademie ist bereit, nicht nur klassische Artdramen zu würdigen, sondern auch Projekte, die an der Grenze der Genres arbeiten und ein breites Publikum anziehen. Für die Branche bedeutet das mehr Aufmerksamkeit für riskante Projekte und potenziell mehr Finanzierung für ähnliche Ideen.
Wer sonst zu den Spitzenreitern zählt
Paul Thomas Andersons «Eine Schlacht nach der anderen» sammelte 12 Nominierungen und setzte damit ein starkes Zeichen in den technischen Kategorien — Schnitt, Kameraarbeit. Leonardo DiCaprio gehört erneut zu den Favoriten in der Schauspielkategorie, was dem Film zusätzliche mediale Gewichtung verleiht.
Guillermo del Toro sorgte mit seiner Adaption «Frankenstein» für Aufmerksamkeit bei den Akademiemitgliedern durch seinen visuellen Stil: Nominierungen in den Kategorien Produktionsdesign, Make‑up und Kostüme, und Jacob Elordi sticht in einer Nebenrolle hervor. Das ist ein Beispiel dafür, wie traditionelle Themen eine neue technologische und ästhetische Lesart erhalten können.
Was das für Zuschauer und die Branche bedeutet
Erstens verwandeln Nominierungen Filme in kulturelle Marksteine: Zuschauerinteresse, Kinovorführungen, Streaming‑Rechte — all das ändert sich spürbar nach der Bekanntgabe der Nominierten. Zweitens ist es für diejenigen, die mit Inhalten arbeiten, ein weiteres Argument zugunsten genreübergreifender Experimente — wenn kritische und akademische Anerkennung mit massenhaftem Interesse einhergeht, steigt die kommerzielle Attraktivität solcher Projekte.
Für die Ukraine und die ukrainische Filmszene hat dieser Trend praktische Bedeutung: internationale institutionelle Aufmerksamkeit für genrebetonte und visuell ambitionierte Filme schafft zusätzliche Möglichkeiten für Koproduktionen, Festivalpräsenz und Investitionen in mutige Projekte. Wenn die Akademie unkonventionelle Formen anerkennt, öffnet sich Raum für Autorenkino mit regionalem Kolorit.
"Die Nominierungen zeigen: hat ein Genrefilm eine starke Idee und eine qualitativ hochwertige Umsetzung, kann er nicht nur für technische Auszeichnungen, sondern auch für Hauptpreise in Frage kommen"
— Filmprofis und Analysten der Filmindustrie
Fazit
Oscar 2026 wirkt wie ein Jahr, in dem die Akademie die Grenzen des als „seriös“ Gesehenen neu denkt. Der Rekord von «Die Sünder» ist mehr als nur Statistik — er könnte einen Wendepunkt in der Haltung gegenüber Genres markieren. Ob die Nominierungen in Preise und nachhaltige Aufmerksamkeit münden, wird das Saisonfinale zeigen; doch schon heute bietet das Anlass zu verhaltenem Optimismus und zur Überprüfung eigener Strategien in Produktion und Vermarktung von Filmen.