Kurz
Präsident Wolodymyr Selenskyj fasste die zweitägigen Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten in Abu Dhabi als „konstruktiv“ zusammen und erklärte die Bereitschaft Kiews, den Dialog fortzusetzen — unter anderem bereits im Zeitraum 26. Januar–1. Februar. Ein wichtiger Bestandteil der neuen Formel ist die Rolle der USA als Beobachter und Kontrolleur des Prozesses der Beendigung des Kriegs.
„Unser Delegationsbericht lautete: Die Treffen in den Emiraten sind abgeschlossen. Und dies ist das erste Mal seit geraumer Zeit — zweitägige trilaterale Treffen. Wir haben viel besprochen, und wichtig ist, dass die Gespräche konstruktiv waren.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Wer war im Raum
Neben den politischen Delegationen nahmen auch militärische Vertreter an den Verhandlungen teil. Von ukrainischer Seite waren unter anderem der Chef des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine Андрій Гнатов sowie ein Vertreter der Hauptverwaltung der Aufklärung, генерал‑лейтенант Вадим Скібіцький, beteiligt. Über die Dauer einer der Sitzungen berichtete LIGA.net — etwa vier Stunden.
Worüber gesprochen wurde
Der Hauptteil der Diskussion drehte sich um mögliche Parameter zur Beendigung des Kriegs: Mechanismen zur Abstimmung der Bedingungen und Sicherheitsgarantien. Nach Angaben Selenskyjs besteht das Verständnis, dass die USA die Einhaltung der Vereinbarungen überwachen und während der Umsetzung eines jeglichen vereinbarten Plans reale Sicherheit gewährleisten müssen.
Diplomatie vor dem Hintergrund der Eskalation
Dass die Verhandlungen vor dem Hintergrund eines nächtlichen Angriffs Russlands mit fast 400 Drohnen und Raketen stattfanden, verleiht den Aussagen über die Bereitschaft der USA, den Prozess zu kontrollieren, zusätzliches Gewicht. Quellen zufolge griffen die Invasoren nicht nur ukrainisches Hoheitsgebiet an, sondern — bildlich gesprochen — auch „den Verhandlungstisch“ in Abu Dhabi. Zugleich betonte ein stellvertretender Leiter des Auslandsgeheimdienstes, dass die russische Führung bisher nicht zu echten Friedenszugeständnissen bereit sei und Moskau kaum Eile bei konkreten Entscheidungen habe.
„Die Führung des Aggressorstaat Russland ist nicht bereit zu echten Verhandlungen über Frieden und zieht die Zeit in die Länge.“
— Stellvertretender Leiter des Auslandsgeheimdienstes der Ukraine
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Wenn die USA tatsächlich die Rolle der Überwachung übernehmen, schafft das einen Mechanismus externer Verantwortung für die Umsetzung der Abkommen — und erhöht damit die Chancen auf echte Sicherheitsgarantien. Für die ukrainische Gesellschaft ist das eine Frage von Sicherheit und Souveränität; für die Wirtschaft geht es um Wiederaufbau und Rückgewinnung von Gebieten, Zugang zu Investitionen und den Wiederaufbau von Infrastruktur.
Wie geht es weiter
Die Teilnehmer sollen ihren Hauptstädten Bericht erstatten und die nächsten Schritte mit den Führungen abstimmen. Sollten die Parteien politischen Willen zeigen, könnten die Treffen bereits in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Entscheidend bleibt jedoch die Frage: Ist Russland bereit, von taktischen Verhandlungen zu echten Zugeständnissen überzugehen, oder bleibt der Prozess ein langwieriges diplomatisches Manöver? Die Antwort darauf wird entscheiden, ob sich die konstruktiven Gespräche in konkrete Ergebnisse verwandeln.
Quellen: offizielle Erklärung des Präsidenten der Ukraine in den sozialen Medien; Meldungen von LIGA.net; Aussagen von Vertretern des Auslandsgeheimdienstes.