Was passiert ist
In der Nacht zum 24. Januar hat Russland fast 400 Luftziele gegen die Ukraine abgefeuert und dabei Kiew und die Oblast Kiew sowie die Oblaste Sumy, Charkiw und Tschernihiw angegriffen. Nach Angaben des Präsidenten und der Luftstreitkräfte setzte der Gegner 375 Angriffs‑Drohnen und 21 Raketen verschiedener Typen ein. Hauptziel war die Energieinfrastruktur der Region Kiew, wodurch der Angriff nicht nur militärische, sondern auch zivile Ziele traf.
"Der Feind setzte mehr als 370 Angriffs‑Drohnen und 21 Raketen verschiedener Typen ein. Hauptziel in der Hauptstadt und der Region war die Energieversorgung."
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Welche Waffen genau eingesetzt wurden
In der Mitteilung der Luftstreitkräfte sind die wichtigsten Raketentypen aufgelistet:
— zwei Seezielflugkörper 3M22 «Zirkon» (aus dem Gebiet der vorübergehend besetzten Krim);
— 12 Marschflugkörper Ch‑22/Ch‑32 (aus dem Luftraum der Oblast Brjansk);
— sechs ballistische Raketen «Iskander‑M»/S‑300 (ebenfalls aus der Oblast Brjansk);
— eine gelenkte Luft-Boden‑Rakete Ch‑59/69 (aus dem Luftraum der Oblast Kursk).
"Es wurden 375 unbemannte Luftfahrzeuge registriert — etwa 250 'Shahed', 'Geran', 'Italmas' und anderer Typen. Besonderheit dieses Angriffs war der Einsatz strategischer Luftfahrt zum Start der Ch‑22/Ch‑32."
— Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine (offizielle Mitteilung)
Ergebnis der Luftabwehr und Verluste
Stand 09:00 berichteten die Luftstreitkräfte über 357 abgeschossene Drohnen und 15 abgefangene Raketen (darunter neun Ch‑22/Ch‑32, fünf «Iskander‑M»/S‑300 und eine Ch‑59/69). Dennoch erreichten mehrere Raketen und UAVs ihre Ziele: Es wurden Einschläge von zwei Raketen und 18 Angriffs‑Drohnen an 17 Orten dokumentiert, und Trümmerteile fielen an 12 Stellen.
Folgen für die Zivilbevölkerung: In Kiew wurde eine Person getötet, vier wurden verletzt; Fahrzeuge brannten, Wohnhäuser wurden beschädigt. In Charkiw gab es 19 Verletzte, beschädigte Häuser, eine medizinische Einrichtung und eine Geburtsklinik wurden getroffen.
Kontext und mögliche Motive des Angriffs
Die Kombination aus strategischen Marschflugkörpern und massiven Drohnenangriffen weist auf mehrere gleichzeitige Ziele des Gegners hin: die physische Zerstörung von Objekten, die Überlastung der Luftabwehr- und Energiesysteme sowie psychologischen Druck auf die Bevölkerung und die Verwaltung. Solche Angriffe zielen nicht nur auf taktische Resultate, sondern auch darauf, die Wiederherstellungsfähigkeiten nach Beschuss zu beeinträchtigen.
Gleichzeitig spricht die Wirksamkeit der Luftabwehr — 357 abgeschossene Drohnen und 15 abgefangene Raketen — für ein funktionierendes System zum Schutz des Luftraums und für logistische Abläufe, die massierte Angriffe abwehren können, auch wenn die Risiken für kritische Infrastruktur weiterhin hoch bleiben.
Was weiter wichtig zu wissen ist
Der Angriff zeigt zwei zentrale Punkte: erstens ist der Gegner bereit, hochpräzise Raketen mit einer "Schrotladung" aus Drohnen zu kombinieren; zweitens arbeiten unsere Luftabwehr und Wiederherstellungsdienste intensiv, um die Folgen zu minimieren. Künftig sind Lieferungen von Luftabwehrmitteln und Energiereparaturmodulen sowie internationale Koordination in rechtlicher und sanktionspolitischer Hinsicht kritisch.
Analysten weisen darauf hin: Diese Taktik könnte sich wiederholen, solange die Ausstattung der Luftabwehr nicht zunimmt und der Schutz des Stromnetzes nicht gestärkt wird. Für jede Bürgerin und jeden Bürger bedeutet das, sich auf mögliche zeitweilige Abschaltungen vorzubereiten und vertrauenswürdigen offiziellen Informationsquellen bezüglich der Sicherheit zu folgen.
Zusammenfassung: der nächtliche Massenangriff ist Teil einer systematischen Kampagne gegen die zivile Infrastruktur. Zugleich zeigt der hohe Anteil an Abfangmanövern, dass die Verteidigung wirkt — die Aufgabe von Regierung und Partnern besteht nun darin, den vorübergehenden Erfolg der Luftabwehr in einen dauerhaften Vorteil zu verwandeln.