Leises Signal aus Davos
Am 8. Januar 2026 erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, es gebe eine „Verschiebung hin zu einer Welt ohne Regeln“. Reuters zitiert seine Worte als Warnung: In den internationalen Beziehungen herrscht zunehmend das Recht des Stärkeren, nicht die Rechtsnormen. Diese Aussage eines der führenden europäischen Staatsoberhäupter hat praktische Bedeutung für die Sicherheit des Kontinents und insbesondere für die Ukraine.
„Das ist eine Verschiebung hin zu einer Welt ohne Regeln, in der internationales Recht mit Füßen getreten wird und in der das einzige Gesetz, das offenbar noch Bedeutung hat, das Recht des Stärkeren ist.“
— Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs (Reuters)
Kontext: Warum das gerade jetzt gesagt wurde
Macron verband seine Warnung mit einer Reihe internationaler Vorfälle: vom Versuch, Kontrolle über Grönland zu erlangen, bis zu Ereignissen in Venezuela. Er nannte keine konkreten Akteure direkt, doch seine Botschaft hatte einen allgemeinen Charakter — die Wiederbelebung imperialer Ambitionen und die Schwächung der Normen, die die internationalen Beziehungen regeln.
Folgen für die Ukraine
Die Erosion der Regeln kommt revisionistischen Kräften entgegen, die darauf abzielen, den Status quo mit Gewalt zu verändern. Laut internationalen Analysten erschwert diese Tendenz die Koordination der Verbündeten, macht langfristige Garantien weniger verlässlich und erhöht das Risiko, dass die Unterstützung für Länder, die ihre Souveränität verteidigen, fragmentarisch wird. Für die Ukraine bedeutet das: politische Signale müssen in konkrete, rechtlich bindende Unterstützungsmechanismen verwandelt werden.
Was nun?
Macron hat eine politische Diagnose gestellt — nun sind die Verbündeten gefragt: Reicht der institutionelle Wille aus, um die „Verschiebung“ zu stoppen und die Spielregeln wiederherzustellen? Für die Ukraine ist das keine Rhetorik, sondern eine direkte Sicherheitsforderung: die Stärkung der Normen des Völkerrechts und klare Garantien der Partner sind der beste Schutz gegen Kräfte, die auf Zwang setzen.
Analytisches Fazit: Die Worte in Davos sind ein Signal zum Handeln. Die Frage ist, ob die Hauptstädte die Erklärungen in rechtliche und militärisch-wirtschaftliche Instrumente umwandeln werden, die das Kräfteverhältnis tatsächlich verändern können.