Kurz und bündig
In einem Interview mit РБК-Україна erklärte der Leiter der Hauptoperativen Verwaltung des Generalstabs, Generalmajor Олександр Комаренко, dass fast das gesamte Gebiet der Oblast Dnipropetrowsk im Zuge einer Operation der Verteidigungskräfte von den russischen Invasoren befreit worden sei. Seinen Angaben zufolge bleiben derzeit noch einige kleine Ortschaften, die noch gesäubert werden müssen.
Wie das erreicht wurde
Komarenko erläuterte, dass es auf der Oleksandrivka-Achse zu einem grundlegenden Wandel gekommen sei: Während die Russen früher mit massierten Technikkolonnen agierten, sind ihre Möglichkeiten nun — zum großen Teil aufgrund des effektiven Einsatzes von Drohnen — eingeschränkt. Ukrainische Luftlandetruppen- und Sturmverbände führten mit Unterstützung mechanisierter Brigaden eine geplante Offensive durch, die alle erforderlichen Abstimmungsphasen durchlaufen habe.
"Fast das gesamte Gebiet der Oblast Dnipropetrowsk ist befreit. Es gilt noch, drei kleine Ortschaften nachzuarbeiten und zwei weitere zu säubern. Übrigens haben wir dank dieser aktiven Maßnahmen im Februar eine positive Dynamik – es wurde mehr Gebiet befreit, als verloren gegangen ist"
— Олександр Комаренко, Leiter der Hauptoperativen Verwaltung des Generalstabs
Technik und Taktik: die Rolle von Drohnen und kleinen Gruppen
Der Generalstab und externe Beobachter betonen: die Entwicklung der Drohnen hat die Kampfcharakteristik verändert. Statt großer Operationen im offenen Gelände setzen die Russen häufiger auf kleinere, lokalisierte Gruppen — ein taktischer Ansatz, der anfälliger für Aufklärung und konzentriertes Feuer ist. Das gab den ukrainischen Streitkräften die Möglichkeit, gezielter und effektiver zu agieren und die Risiken für Ortschaften sowie logistische Knotenpunkte zu minimieren.
Kontext und Bestätigung
Zuvor hatte Präsident Selenskyj am 20. Februar über die Befreiung von rund 300 km² im Süden berichtet, ohne Details zu nennen. Am 22. Februar bestätigten die Luftlandetruppen (ДШВ) offensive Aktivitäten auf der Oleksandrivka-Achse, und am 23. Februar sprach Kommandeur Syrskyi von der Befreiung von 400 km². Ergänzt wird dieses Bild durch eine journalistische Analyse von LIGA.net über die russische Absicht, in der Oblast Dnipropetrowsk eine Pufferzone zu schaffen — ein Plan, der offenbar nicht realisiert wurde.
Wie geht es weiter
Strategisch stärkt dies die Sicherheit von Dnipro und den angrenzenden Bezirken, erleichtert die logistischen Abläufe und verringert die Gefahr der Entstehung einer langfristigen Pufferzone. Dennoch sind weiterhin Säuberungsmaßnahmen und die Konsolidierung der Kontrolle über die befreiten Gebiete erforderlich — ein technisch anspruchsvoller und langwieriger Prozess. Analysten und Militärexperten sind sich einig, dass die derzeitige Dynamik ein positives Signal ist, dass die Umwandlung taktischer Erfolge in nachhaltige strategische Vorteile jedoch Ressourcen, Aufklärung und Unterstützung der Partner erfordern wird.
Nun ist die zentrale Frage, ob es gelingt, diese Befreiungen in einen langfristigen Vorteil an den südlichen und östlichen Frontabschnitten zu verwandeln und wie schnell die Partner das defensive und logistische Potenzial unserer Armee verstärken können?