Kurz
Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte die Regierung in seiner abendlichen Ansprache auf eine Frist — den 21. Januar — zur Vorlage „einer klaren Liste von Maßnahmen und Entscheidungen“ zur Energieversorgung und Heizung der Regionen. Dies ist eine Reaktion auf neue Raketen‑ und Drohnenangriffe, die die Übertragungskapazität des Energiesystems verringert und zu massiven Abschaltungen geführt haben.
Fakten
Stand am Abend des 20. Januar blieben in Kiew nach einem erneuten Angriff mehr als 1.000.000 Verbraucher ohne Stromversorgung. Ohne zentrale Wärmeversorgung sind über 4.000 Mehrfamilienhäuser; am linken Ufer sind etwa 3.500 Häuser vorübergehend ohne Wasser. Am 19. Januar teilte Ministerpräsident Denys Shmyhal mit, dass es bisher nicht gelungen sei, die Notabschaltungen aufzuheben.
"Die Regierungsvertreter müssen unkonventionelle Vorschläge vorlegen, die Leben schützen und die Arbeit umgestalten – wie man Menschen unterstützt, wie man Unternehmen unterstützt... Persönliche Verantwortung der Regierung dafür – morgen erwarte ich eine konkrete, klare Liste von Maßnahmen und Entscheidungen."
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Warum das wichtig ist
Strom- und Wärmeausfälle sind nicht nur eine Unannehmlichkeit. Sie bergen Risiken für Krankenhäuser, kommunale Systeme, den Verkehr und kleine Unternehmen. Energieexperten warnen: Ohne sofortige Koordination der Umverteilung der Erzeugung und der Logistik für die Versorgung mit Treibstoff und Komponenten wird die Wiederherstellung deutlich länger dauern, und die Kosten der Folgen werden steigen.
Was der Präsident genau verlangt
Selenskyj betonte drei zentrale Forderungen: Präsenz von Amtsträgern vor Ort, persönliche Verantwortung der Leiter der Energieunternehmen und maximale Koordination mit der Wirtschaft bezüglich der Umverteilung der Erzeugung. Anders ausgedrückt — die Entscheidungen müssen nicht deklarativ, sondern praktisch und messbar sein.
Was das für Kiewer bedeutet und wie zu handeln ist
In den nächsten Tagen ist mit vorübergehenden Abschaltplänen, Wärmeversorgungsstellen und mobilen Einsatzteams zu rechnen. Den Einwohnern wird empfohlen, offizielle Mitteilungen der Stadtverwaltung und der regionalen Behörden zu verfolgen, Hilfe für gefährdete Nachbarn zu organisieren und unnötigen Stromverbrauch zu minimieren.
Kurz zu möglichen Schritten der Regierung
- Priorisierung der Wiederherstellung kritischer Infrastrukturen (Krankenhäuser, Pumpstationen);
- Einsatz mobiler Generatoren und Wärmezentren;
- vorübergehende Regelungen zur Umverteilung von Kapazitäten unter Einbeziehung privater Erzeugung;
- logistische Unterstützung für den Nachschub von Treibstoff und Materialien.
Fazit
Die Lage hat sich durch gezielte Angriffe auf das Energiesystem verschärft — nun wird die Fähigkeit staatlicher Institutionen geprüft, schnell und koordiniert zu handeln. Stellt die Regierung morgen einen klaren, umsetzbaren Plan mit konkreten Fristen vor, verringern sich die Risiken deutlich. Andernfalls bleiben Fragen zur Sicherheit und zum Wohnkomfort der Kiewer noch lange auf der Tagesordnung.