Durchsuchungen im Finanzdepartement der Kiewer Stadtverwaltung (KMDA): Dem Direktor wurde wegen der Emission kommunaler Anleihen 2020 ein Tatverdacht zugestellt

Die Nationale Polizei führt Ermittlungen in der Finanzabteilung der Kiewer Stadtverwaltung (KMDA) durch — der Direktor steht unter Verdacht. Die Untersuchung betrifft die Emission von Kommunalanleihen im Jahr 2020 und hat direkte Folgen für die Haushaltsstabilität Kiews sowie das Vertrauen der Investoren.

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Was passiert ist

Am 23. Januar führt die Nationale Polizei der Ukraine Ermittlungsmaßnahmen im Finanzdezernat der Kiewer Stadtverwaltung durch. Dem Direktor der Behörde wurde eine Mitteilung über einen Verdacht im Zusammenhang mit der Umsetzung eines Beschlusses des Kiewer Stadtrats von 2020 über die Ausgabe von kommunalen Inlandsanleihen des Stadtrats zugestellt, berichten die Pressestelle der Kiewer Stadtverwaltung und UNN.

"Dem Direktor des Finanzdezernats wurde eine Mitteilung über einen Verdacht zugestellt. Die Ermittlungsmaßnahmen betreffen die Umsetzung des Beschlusses des Kiewer Stadtrats von 2020 über die Aufnahme von Krediten, der die Ausgabe von kommunalen Inlandsanleihen des Stadtrats vorsah."

— Pressestelle der KMDA

Nach offiziellen Angaben wurden Durchsuchungen sowohl am Wohnsitz des Direktors als auch in den Dienstbüros durchgeführt. Infolge der Ermittlungsmaßnahmen wurden entsprechende prozessuale Unterlagen erstellt; alle angeforderten Materialien und Dokumente wurden den Ermittlern laut KMDA in vollem Umfang übergeben.

Warum das für die Kiewer wichtig ist

Die Entscheidung über die Ausgabe lokaler Anleihen wirkt sich unmittelbar auf die finanziellen Spielräume der Stadt aus: Sie ist eine Quelle für Kreditaufnahmen für Infrastrukturprojekte, stellt aber zugleich Verpflichtungen gegenüber Anlegern dar. Die Folgen des Verfahrens können Haushaltsprioritäten, die Kosten künftiger Kreditaufnahmen und das Vertrauen der Märkte in Kiew als Kreditnehmer berühren.

Ökonomen und juristische Analysten weisen darauf hin: Selbst technische Fehler im Verfahren der Papierausschreibung können zu finanziellen Forderungen oder zu höheren Kosten für künftige Kreditaufnahmen führen — und das würden die Kiewer direkt durch Ausgabenanpassungen oder Verzögerungen bei Projekten spüren.

Positionen der Parteien

Im Rahmen des Strafverfahrens werten die Ermittler das Vorgehen des Dezernats als potenziell rechtswidrig und als solches, das dem Haushalt der Stadt Schaden zugefügt habe. Das Finanzdezernat betont seinerseits, im Rahmen des Haushaltsrechts gehandelt und die Beschlüsse des Kiewer Stadtrats umgesetzt zu haben.

"Seit den frühen Morgenstunden dauern die Durchsuchungen an — zunächst am Wohnsitz des Direktors, dann in den Dienstbüros. Infolge der Ermittlungsmaßnahmen wurden entsprechende prozessuale Unterlagen erstellt. Alle angeforderten Materialien und Dokumente wurden den Ermittlern in vollem Umfang übergeben."

— KMDA

Das Finanzdezernat bezeichnet das Strafverfahren außerdem als unbegründet und politisch motiviert, erklärt sich zugleich jedoch zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit und will die Rechtmäßigkeit seines Handelns im rechtlichen Rahmen verteidigen.

Wie es weitergeht und worauf zu achten ist

Die nächsten Schritte sind offizielle prozessuale Entscheidungen der Ermittler, mögliche Gerichtsverhandlungen sowie das Ergebnis unabhängiger finanzieller Prüfungen. Wichtig ist, drei Punkte zu beobachten: ob die Strafverfolgungsbehörden Schäden am Haushalt bestätigen, ob Prüfungen der Anleiheemission eingeleitet werden und wie sich das auf Kiews Pläne zur Kreditaufnahme im kommenden Jahr auswirkt.

Das ist nicht nur eine juristische Angelegenheit — es ist ein Test für das System der kommunalen Finanzen und die Transparenz der Verwaltung der Hauptstadt. Ob die Institutionen die Rechtmäßigkeit der Transaktionen nachweisen und das Vertrauen von Investoren und Einwohnern erhalten können, wird darüber entscheiden, inwieweit Kiew in der Lage ist, Mittel für die Entwicklung zu mobilisieren.

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