Was passiert ist
Der Koordinierungsstab für den Umgang mit Kriegsgefangenen berichtete von Fällen, in denen russische Sicherheitskräfte Druck auf Angehörige ukrainischer Gefangener ausüben und verlangen, Starlink-Satellitenterminals offiziell zu registrieren. Das geschah, nachdem das ukrainische Verteidigungsministerium in Zusammenarbeit mit Ingenieuren von SpaceX eine Reihe illegaler Terminals abgeschaltet hatte, die Berichten zufolge die Russen zur Kommunikation von Einheiten und zur Steuerung von Drohnen nutzten.
„Auf der Suche nach einem Ausweg aus der misslichen Lage, in der sie sich befinden, richteten die Besatzer ihre Aufmerksamkeit auf die Familien der Gefangenen. Es wurden Fälle von Drohungen und der Forderung registriert, die Starlink-Terminals auf den eigenen Namen offiziell zu registrieren. Anschließend soll diese Technik gegen die Ukraine und Ukrainer eingesetzt werden.“
— Koordinierungsstab für den Umgang mit Kriegsgefangenen
Warum das wichtig und gefährlich ist
Die offizielle Registrierung eines Terminals erfordert eine Identitätsbestätigung — daher erscheint ein Eintrag über den Eigentümer in den Systemen. Wenn ein solches Terminal später zur Steuerung von Drohnen verwendet wird, die Infrastruktur oder Menschen schädigen, kann die registrierte Person unter Verdacht geraten, daran beteiligt zu sein. Mit anderen Worten: jemanden unter Druck zu setzen, ein Risiko einzugehen, ist ein Weg, die Technik für künftige Angriffe zu legalisieren.
Kontext: Am 29. Januar berichtete das Verteidigungsministerium über eine gemeinsame Arbeit mit SpaceX an dem Problem der Nutzung von Starlink auf russischen Drohnen; am 1. Februar informierte Mychajlo Fedorow über einen Plan zur Abschaltung nicht verifizierter Terminals; am 7. Februar erschienen Meldungen, dass die Russen nach Möglichkeiten zur Reaktivierung von Terminals suchen, unter anderem durch die Einbindung von Ukrainern gegen Geld.
Was Familien und die Gesellschaft tun sollten
Der Koordinierungsstab und die Strafverfolgungsbehörden empfehlen: die Terminals unter Zwang nicht zu registrieren, Drohungen zu dokumentieren und um Hilfe zu bitten. Das Sammeln von Beweismitteln (Screenshots, Aufnahmen von Anrufen, Zeugenaussagen) erhöht die Chancen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die Familien zu schützen.
Ebenso wichtig ist es, offizielle Verifizierungskanäle und Anleitungen zur legalen Registrierung der Technik zu nutzen — diese Verfahren dienen dazu, die zivile Nutzung von der feindlichen zu trennen. Bei Angeboten oder Drohungen sollte man sich unverzüglich an den Koordinierungsstab und die Strafverfolgungsbehörden wenden.
Wie es weitergeht
Dies ist ein Beispiel dafür, wie der Feind versucht, humanitäre Verbindungen in ein Druckmittel zu verwandeln. Nun liegt die Aufgabe bei den technischen Partnern und den Strafverfolgungsbehörden, Warnungen in Schutzmechanismen für Familien und Verifizierungsprozesse zu überführen, damit die Verantwortung für den Einsatz der Technik bei den tatsächlichen Nutzern liegt und nicht bei denen, die zum Unterzeichnen von Dokumenten gezwungen werden.