Kurz
Nach dem Bericht des Leiters der Militärischen Aufklärung (HUR) Oleh Iwaschenko erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Russland versuchen könnte, den Krieg im Nahen Osten zu nutzen, um eine zu erreichen. Kiew analysiert die Daten und koordiniert Gegenmaßnahmen mit Partnern.
Was Selenskyj genau sagte
„Genau darauf setzt Russland derzeit – die Risiken eines langwierigen Krieges im Nahen Osten und in der Golfregion zu verstärken, um den Druck der Welt wegen des Kriegs gegen die Ukraine möglichst zu schwächen, sich der Sanktionen der Partner zu entziehen und zusätzliche Ressourcen durch Schwankungen der Öl- und Gaspreise zu gewinnen.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Diskussionen über eine Lockerung der Energiesanktionen könnten das Kräfteverhältnis der Ressourcen, die Russland zur Kriegsfinanzierung nutzt, erheblich verändern. Ein leichterer Zugang zum ÖLmarkt verringert die Wirksamkeit des wirtschaftlichen Drucks der Partner und wirkt sich gleichzeitig auf die globalen Energiepreise aus – und damit auf den ukrainischen Kraftstoffmarkt und die Inflation.
Was auf dem Markt passiert und wie die Welt reagiert
Die Eskalation in der Region hat zu einem Preissprung geführt: Brent stieg am Höchststand auf $119,5 pro Barrel; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurden Futures bei etwa ~$90 gehandelt, während die Notierungen einen Tag vor Beginn des Konflikts mit Iran bei rund $72,48 lagen. LIGA.net hat bereits erklärt, wie sich diese Schwankungen auf die Verfügbarkeit und die Kosten von Kraftstoff in der Ukraine auswirken.
Nach Angaben von Bloomberg und Reuters haben die USA Indien vorübergehend die Einfuhr von russischem Öl erlaubt, das sich bereits auf See befand; diese Entscheidung ist offiziell auf Mengen beschränkt, die in Lieferketten feststecken. Bloomberg-Quellen berichten außerdem, dass einige indische Unternehmen Millionen Barrel russischen Öls aufgekauft haben, der größte indische Kreditgeber, die State Bank of India, soll jedoch die Abwicklung entsprechender Zahlungen abgelehnt haben.
Vertreter der US-Administration betonen, dass jede weitere Lockerung der Sanktionen streng begrenzt sein müsse; einige Analysten in Washington sind der Ansicht, dass Genehmigungen nicht zum Weg für eine Wiederbelebung eines vollumfänglichen Ölgeschäfts Moskaus werden dürfen.
Was die Ukraine tut und tun muss
Selenskyj hat den Geheimdiensten befohlen, die Arbeit gegen die militärische Produktion Russlands zu intensivieren – das ist Teil der Bemühungen, das Potenzial des Aggressors unabhängig von geopolitischen Erschütterungen in der Welt zu verringern. Für Kiew ist es wichtig:
- Partner schnell über nachrichtendienstliche Erkenntnisse zu informieren;
- Sanktionsszenarien zu koordinieren, um „Lücken“ im Beschränkungsregime zu verhindern;
- an der energetischen Widerstandsfähigkeit im Inland zu arbeiten, um die Verwundbarkeit gegenüber Preisschwankungen zu reduzieren.
Fazit
Das Szenario, dass eine Eskalation in einer Region für geoökonomische Zugeständnisse in einer anderen genutzt wird, ist nicht neu. Für die Ukraine besteht die zentrale Aufgabe darin, diplomatische Warnungen in konkrete Garantien zu verwandeln: Die Architektur der Sanktionen muss unempfindlich gegenüber vorübergehenden politischen Vorteilen einzelner Staaten sein. Solange die Aufmerksamkeit an den Schlagzeilen hängt, ist die Koordination von Nachrichtendiensten, Diplomatie und Energiepolitik erforderlich.
Quellen: Ansprache des Präsidenten der Ukraine; Berichte von Bloomberg, Reuters; Materialien von LIGA.net zur Auswirkung von Preisschwankungen auf Kraftstoff in der Ukraine.