Was passiert ist
US-Präsident Donald Trump hat die Einladung an den ehemaligen Gouverneur der Bank of England und der Bank of Canada, Mark Carney, zurückgezogen, seinem neu geschaffenen „Friedensrat“ beizutreten. Das berichtete The New York Times. Der Rat wurde am 22. Januar 2026 in Davos als Format zur Überwachung eines Friedensabkommens zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen vorgestellt, nahm jedoch schnell Züge einer Institution an, die mit der UNO konkurrieren könnte.
Kurzkontext
In einer Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos rief Mark Carney die Führungspersönlichkeiten dazu auf, die nachkriegsordnung zu schützen, und kritisierte Praktiken, die er als autoritär und ausgrenzend bezeichnete. Wenige Stunden später zog Trump die Einladung zurück – in seinen Social‑Media‑Kanälen erschien ein offizieller Text mit Kritik an der Beteiligung Kanadas.
„Möge dieses Schreiben als Signal dienen, dass der Friedensrat seine Einladung an Kanada zur Teilnahme am prestigeträchtigsten Führungsrat, der je geschaffen wurde, zurückzieht.“
— Donald Trump, Beitrag in den sozialen Medien
Warum das wichtig ist — Blick aus der Ukraine
Erstens standen auf der Liste der Eingeladenen rund fünfzig Führungspersönlichkeiten, darunter auch die Ukraine. Zweitens stellt die Art der Zusammensetzung des Rates und seine Satzung dessen Multilateralität infrage: Die Satzung gewährt Trump ein Vetorecht, die Ernennung und Absetzung von Mitgliedern, die Kontrolle über die Tagesordnung und sogar die Auflösung des Rates. Für die Ukraine bedeutet das mögliche Risiken einer Instrumentalisierung von Friedensprozessen außerhalb universeller diplomatischer Regeln.
Geld, Einfluss und die tatsächliche Motivation
Berichten zufolge bestand die Trump‑Administration auf mindestens $1 Mrd. von Staaten, die einen ständigen Sitz im Rat anstreben (Informationen vom 18. Januar 2026). Frankreich und andere westliche Führungspersönlichkeiten, darunter Emmanuel Macron, lehnten eine Teilnahme ab. Das wirkt wie der Versuch, eine diplomatische Plattform in einen kostenpflichtigen Club des Einflusses zu verwandeln — ein Szenario, das die Prinzipien offenen multilateralen Dialogs untergräbt.
Was Experten sagen
Analysten weisen darauf hin, dass das Entstehen spezialisierter „Räte“ mit stark zentralisierter Macht ein Trend der Instrumentalisierung der Außenpolitik ist. Das betrifft nicht nur Akteure im Nahen Osten, sondern auch das Vertrauen in globale Institutionen, von denen unsere eigene Sicherheit und Unterstützung abhängen.
Fazit — wie geht es weiter?
Trumps Reaktion auf Carneys Äußerungen ist ein Beispiel dafür, wie personalisierte Strukturen sich schnell in ein geopolitisches Instrument verwandeln können. Für die Ukraine ist es wichtig, nicht nur die Einladungen zu verfolgen, sondern die Spielregeln: Garantieren die neuen Formate Transparenz, Rechenschaftspflicht und Respekt vor internationalen Normen, die auch unsere Interessen schützen? Nun sind die Partner am Zug — Erklärungen müssen in praktische Mechanismen umgesetzt werden und dürfen nicht zu geschlossenen Einflussklubs werden.
Quellen: The New York Times; öffentliche Aussagen von Davos‑Teilnehmern (22. Januar 2026).