In der Region Donezk ist ein philippinischer Söldner getötet worden — ein Beleg für die großangelegte Anwerbung von Ausländern für die russische Armee

Der Tod von John Patrick bei Nowoselivka ist kein Einzelfall. Wir analysieren, warum der Kreml auf die schnelle Rekrutierung von Ausländern zurückgreift, welche Risiken das für Migranten birgt und was das für die Einsatzfähigkeit russischer Einheiten bedeutet.

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Was passiert ist

In der Oblast Donezk wurde die Leiche eines Söldners von den Philippinen — John Patrick — gefunden. Nach Angaben des Hauptnachrichtendienstes (HUR) diente er in der 9. Sturmkompanie des 3. Bataillons des 283. Regiments der 144. motorisierten Schützendivision der 20. Armee. Patrick fiel während eines sogenannten „Fleischsturms“ im Gebiet von Novoselivka im Rajon Kramatorsk; neben dem Körper lagen Waffen, Munition und ein Zettel mit der Einheitennummer, einer Telefonnummer und dem Namen des Kommandeurs.

Wesentliche Details

Die Aufklärung stellte fest, dass der Söldner innerhalb einer Woche ausgebildet und an die Front geschickt wurde. Er wurde in einem Waldstreifen verwundet und laut HUR führte die Blutung zu seinem Tod — eine Evakuierung der Verwundeten wurde nicht organisiert. Außerdem wurde angegeben, dass Patrick kein Russisch sprach, was die Kommunikation erschwerte und die Risiken im Gefecht erhöhte.

„Eine Reise nach Russland ist eine reale Chance, in einer Sturmkompanie ohne Ausbildung und ohne Überlebenschance zu landen“

— Hauptnachrichtendienst (HUR)

Warum das wichtig ist

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Analysten führen mehrere Gründe an, warum der Kreml Ausländer einsetzt: Mangel an mobilisierbaren Ressourcen, der Wunsch, die politischen und sozialen Kosten der Rekrutierung innerhalb Russlands zu verringern, sowie Experimente mit billigen Arbeitskräften für Sturmoperationen. Solche Praktiken erhöhen die Gefallenenzahlen, untergraben die Führung der Verbände und verschärfen die internationale Kritik.

Kontext und Bestätigung

Bereits zuvor berichtete Bloomberg über die Anwerbung südafrikanischer Staatsbürger über Online‑Plattformen, darunter Discord; in einem dieser Fälle ist ein Söldner bereits ums Leben gekommen. Es gab auch Berichte über Initiativen in Bagdad zur Untersuchung von Rekrutierungsaktivitäten, die Jugendliche für den Krieg gegen die Ukraine anwerben. Insgesamt zeichnen diese Informationen das Bild einer systematischen Praxis und nicht eines zufälligen Vorfalls.

Was das für Ausländer und für die Ukraine bedeutet

Erstens ist dies eine direkte Warnung an Ausländer: Arbeit oder eine Reise nach Russland kann sich in das Risiko verwandeln, an Kampfhandlungen beteiligt zu werden, betrogen zu werden oder zur Teilnahme gezwungen zu werden. Zweitens liefert es der Ukraine ein zusätzliches Argument in diplomatischen Appellen und der Informationsabwehr: Die Fakten über die Einbeziehung von Ausländern untergraben Narrative von „Freiwilligkeit“ und „Rechtmäßigkeit“ der russischen Aktionen.

Fazit

Der Tod von John Patrick macht eine Reihe von Problemen in der Personalpolitik des Kremls sichtbar: schnelle Ausbildung, Einsatz von Ausländern bei Sturmoperationen und das Fehlen einer organisierten Evakuierung Verwundeter. Dies ist zugleich ein humanitäres und operatives Problem, das Folgen für die Sicherheit von Migranten und die Taktik russischer Einheiten hat. Ob internationaler Druck die Vorgehensweise ändert, ist offen — die Botschaft an potenzielle Migranten und Partner ist jedoch klar.

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