Was geschehen ist
Am 9. Januar haben Kräfte der unbemannten Systeme drei Umspannwerke in von Russland vorübergehend besetzten Gebieten getroffen. Das Video der Operation veröffentlichte der Kommandeur der Kräfte der unbemannten Systeme, Robert Madyar Browdi.
"Wir können das Licht auch ausschalten"
— Robert Madyar Browdi, Kommandeur der Kräfte der unbemannten Systeme
Welche Anlagen betroffen sind
Traktionsunterstation „Wolnowacha‑Tjagowa” — befindet sich in der vorübergehend von Russland besetzten Stadt Wolnowacha (Oblast Donezk). Sie versorgt das Oberleitungsnetz der Eisenbahn (27,5 kV Wechselstrom) für den Betrieb von Elektrolokomotiven.
Umspannwerk „Zorya” (330/110 kV) — Rajon Mariupol, ein Schlüsselelement des regionalen Energiesystems.
Umspannwerk „Pivdenna” (330 kV) — ebenfalls außer Betrieb gesetzt; seine Störung verschärft lokale Risiken für die Netzstabilität.
Wer die Operation durchgeführt hat
Der Schlag wurde von Kämpfern des ersten separaten Zentrums der Einheiten für unbemannte Systeme unter Aufklärungsunterstützung des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) ausgeführt. Dies ist ein Beispiel für die integrierte Zusammenarbeit von Schlag- und Aufklärungskomponenten.
Kontext und Folgen
Diese Operation hat eine zweidimensionale Wirkung: erstens beeinflusst sie unmittelbar die Mobilität der Besatzer — ohne die Traktionsunterstation wird der Betrieb von Elektrolokomotiven und die Versorgung per Schiene erschwert. Zweitens ist sie ein Signal: Sie zeigt, dass Angriffe auf Infrastruktur nicht auf zufällige Treffer beschränkt sind.
Vor dem Hintergrund jüngster Stromausfälle im Moskauer Umland (30. Dezember 2025, mehr als 100.000 Verbraucher) und in Belgorod (9. Januar, mehr als 500.000 Verbraucher) wird deutlich, dass die Energieinfrastruktur in der Region verwundbar ist. Analysten militärischer und infrastrukturspezifischer Publikationen weisen bereits auf die wachsende Rolle unbemannter Systeme im Krieg um Netze und Logistik hin.
Was das für die Ukraine und die Partner bedeutet
Die Operation verschafft der Ukraine einen taktischen Vorteil bei der Störung der Logistik des Feindes, erhöht aber zugleich das Risiko einer Eskalation und von Vergeltungsmaßnahmen gegen zivile Infrastruktur. Deshalb ist es wichtig, dass die Partner nicht nur mit Waffen unterstützen, sondern auch technologische Hilfe zum Schutz kritischer Infrastruktur und zur Wiederherstellung beschädigter Systeme leisten.
Fazit
Das sind nicht nur Aufnahmen in den sozialen Medien — das ist Teil systematischer Arbeit, die das Kräfteverhältnis beeinflusst. Die Frage ist nun einfach: Werden sich diese taktischen Erfolge in einen strategischen Vorteil verwandeln, und wie werden die Partner helfen, die Risiken für die Zivilbevölkerung und die kritische Infrastruktur zu minimieren?