Was passiert ist
Der ehemalige Leiter des Präsidialamtes Andrij Jermak hat den neu gegründeten Ausschuss für den Schutz der Opfer bewaffneter Aggression, für Entschädigungsmechanismen und für die rechtsstaatliche Absicherung der Wiederherstellung im Rahmen der Eurointegration bei der Nationalen Anwaltsvereinigung übernommen. Die Mitteilung wurde auf der Website der Vereinigung veröffentlicht.
Warum das wichtig ist
Der Ausschuss soll sich auf praktische Mechanismen des Wiederaufbaus konzentrieren — von der Feststellung der Rechte der Geschädigten über anwaltliche Unterstützung bei Entschädigungsansprüchen bis hin zur Anpassung des ukrainischen Rechts an europäische Standards. Für die Betroffenen ist dies unmittelbar mit der Wiedergutmachung von Schäden und der Möglichkeit verbunden, verlorenes Eigentum zurückzuerlangen.
Kontext und Personalie
Vor seinem Eintritt in den Staatsdienst verfügte Jermak über etwa 25 Jahre anwaltliche Praxis. Ende Januar 2026 wurde bekannt, dass er sein Recht auf anwaltliche Tätigkeit nach einer fast sechsjährigen Unterbrechung wiedererlangt habe. Laut "Ukrainska Pravda" ist Jermak am 6. Februar weiterhin in der Ukraine, steht unter verstärktem Schutz und führt nicht öffentliche Treffen mit Amtsträgern durch.
"Die Tätigkeit der Mitglieder der Ausschussgremien, auch der Vorsitzenden, erfolgt auf ehrenamtlicher Basis (unentgeltlich)."
— Nationale Anwaltsvereinigung der Ukraine
Neben dem von Jermak geleiteten Ausschuss hat die Vereinigung drei weitere Fachausschüsse eingerichtet: für die rechtliche Sicherung und den Schutz von Rechten im Bereich psychischer Gesundheit (Vorsitzende — Hanna Ishchenko), für Öl, Gas und Bergbaurechte (Vorsitzender — Serhij Antonenko) und für Mediation (Vorsitzende — Luiza Romanadze). Ziel ist es, die Rolle der Anwaltschaft im Wiederaufbauprozess zu stärken und den Betroffenen fachkundige juristische Hilfe zu bieten.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, kommentierend zu Jermaks Rücktritt als Leiter des Präsidialamtes, dass dies nicht mit den Durchsuchungen der NABU zusammenhänge — er habe sozusagen "seine eigenen Gründe" gehabt.
Wie es weitergeht
Die juristische Szene weist darauf hin: Die Beteiligung einer öffentlichen Persönlichkeit mit Erfahrung und Kontakten kann die Abstimmung von Entschädigungsschemata und deren Harmonisierung mit europäischen Standards beschleunigen. Gleichzeitig ist der entscheidende Test, ob die angekündigten Ziele in praktische Instrumente für die Geschädigten umgesetzt werden oder nur formale Erklärungen bleiben.
Zwischenfazit: Die Einrichtung solcher Ausschüsse ist ein logischer Schritt zur Bündelung von Expertise rund um den Wiederaufbau. Die Wirkung wird jedoch von der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, dem Zugang zu Ressourcen und der Transparenz der Verfahren abhängen. Ob dafür politische Willensstärke und verwaltungstechnische Kapazitäten ausreichen, wird eine Frage der kommenden Monate sein.