Jackal ohne GPS: Wie eine US-Rakete die Gefechtsregeln in der EW-Zone verändert

Northrop Grumman hat Details zum Jackal veröffentlicht — einer Turbojet-Rakete, die autonom ein Ziel in einer Zone intensiver Störmaßnahmen (Jamming) findet. Welche Bedrohung das darstellt und welche Schlüsse wir bereits heute ziehen müssen — kurz und auf den Punkt.

175
Aktie:

Was man über Jackal weiß

In den USA wurde Jackal ausführlich beschrieben — ein turbostrahlgetriebener Marschflugkörper von Northrop Grumman, der für den Einsatz in Zonen mit starker elektronischer Störwirkung (Jamming) ausgelegt ist. Laut Army Recognition und einer Pressemitteilung des Herstellers kann das System ohne GPS und ohne dauerhafte Verbindung zum Bediener operieren.

Wesentliche Merkmale: **Geschwindigkeit bis zu 600 km/h**, Reichweite über **100 km**, eine Verweilzeit von etwa **15 Minuten** für die autonome Zielerkennung. Die modulare Bauweise ermöglicht die Ausrüstung der Rakete sowohl mit Gefechtsköpfen als auch mit Aufklärungssensoren oder EW‑Ausrüstung. Der Abschuss ist von Land, See oder Luft möglich.

"Das System wurde für Einsätze in Zonen mit starker elektronischer Störwirkung (Jamming) entwickelt"

— Northrop Grumman, Pressemitteilung

Taktik und Fähigkeiten

Jackal wird als Plattform beschrieben, die sich für **Schwarmtaktiken** eignet: Mehrere Raketen koordinieren Routen und teilen Ziele untereinander, ohne dass der Bediener direkt eingreifen muss. Das reduziert die Wirksamkeit traditioneller Luftabwehrsysteme, die auf individuelle Flugbahnen und genaue Koordinaten ausgelegt sind.

Autonome Navigation und Sensorik in abgeschalteten oder gestörten Räumen bedeuten eine geringere Anfälligkeit gegenüber klassischem GPS-Jamming oder der Unterbrechung von Kommunikationskanälen. Zusammen mit Manövrierfähigkeit und Modularität macht das Jackal zu einem Instrument für komplexe taktische Operationen an dichten Fronten.

"Analysten weisen darauf hin, dass solche Plattformen die Bedeutung integrierter Luftverteidigungs- und Aufklärungssysteme erhöhen"

— ein Analyst für Verteidigungstechnologien

Was das für die Ukraine bedeutet

Kurz: **die ukrainische Luftverteidigung und Taktik müssen sich anpassen**. Jackal in den Händen eines Verbündeten kann ein wirksames Mittel sein, um kritische Infrastruktur anzugreifen oder Aufklärungs‑ und Luftabwehrmittel des Gegners außer Gefecht zu setzen — gerade dort, wo herkömmliche Zielsysteme nicht funktionieren.

Gleichzeitig verstärkt das Auftreten solcher Raketen das Argument für eine mehrschichtige, integrierte Luftverteidigung: mobile Abfangsysteme, verbesserte Radar‑ und Aufklärungsfähigkeit, EW‑Gegenmaßnahmen und physische Schutzmaßnahmen — all das wird kritisch wichtig. Parallel dazu haben die USA Abfangraketen für THAAD bestellt, und Rheinmetall bewertet die Kosten für den Aufbau einer durchgehenden mehrschichtigen Luftverteidigung — ein Zeichen dafür, dass Partner sich auf neue Bedrohungstypen vorbereiten.

Fazit

Jackal macht das Schlachtfeld nicht automatisch für eine Seite entscheidend, verändert aber die Spielregeln. Für die Ukraine ist die entscheidende praktische Frage, wie schnell und flexibel Aufklärung, elektronische Gegenmaßnahmen (EW) und Abfangsysteme in eine einheitliche Verteidigungsarchitektur integriert werden können. Die Antwort darauf wird beeinflussen, wie effektiv ähnliche Plattformen in den kommenden Monaten neutralisiert oder genutzt werden können.

Weltnachrichten