Worum es in dem Vertrag geht und kurz zum Meteor
MBDA hat einen neuen Vertrag mit Deutschland über zusätzliche Raketen der Klasse „Luft‑Luft“ Meteor für die Eurofighter Typhoon der Luftwaffe der Bundesrepublik Deutschland bestätigt. Das Unternehmen nennt weder Stückzahl noch Vertragswert — der Auftrag bestätigt jedoch die Fortsetzung der Integration des Meteor in die europäischen Flugzeugbestände.
Technik: wodurch sich der Meteor auszeichnet
Der Meteor ist mit einem feststoffbrennstoffbetriebenen Strahlantrieb mit variablem Durchsatz versehen, entwickelt von Bayern‑Chemie. Dieses Konzept gewährleistet konstanten Schub über lange Flugprofile und verschafft damit einen Vorteil auf große Reichweiten, ohne dass ein Näherkommen an das Ziel erforderlich ist. Die Rakete verfügt über einen bidirektionalen Datenlink, der eine Aktualisierung der Zielinformationen im Flug erlaubt — ein wichtiger Faktor in dynamischen Luftkämpfen.
Die ersten Erprobungen des Meteor an deutschen Eurofightern fanden ab 2021 statt; im Dezember 2024 erfolgte der erste Abschuss von Bord eines deutschen Flugzeugs während einer Übungskampagne auf der Basis RAF Lossiemouth in Großbritannien. Meteor ist bereits auf mehreren Plattformen im Einsatz oder integriert: Eurofighter, Rafale, Gripen, und wird in einigen Ländern auch für den F‑35 vorgesehen.
Europas Position: Industrie und Bündnis
Meteor wird an sechs Partnerländer des Programms geliefert (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden), was ihn zum Beispiel für eine kollektive Investition in die Lufthoheit der NATO und der europäischen Streitkräfte macht. Parallel dazu kündigte MBDA den Start der Serienfertigung des Taurus NEO in Deutschland sowie gemeinsame Projekte mit Rheinmetall zu Kampflasern an — ein Signal dafür, dass Europa seine eigene Rüstungsindustrie ausbaut.
„Dieser Auftrag ist ein Schritt zur Erhöhung der Reichweite und der Interoperabilität zwischen verbündeten Plattformen, der die Luftverteidigung widerstandsfähiger und flexibler macht.“
— MBDA, Pressestelle
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Erstens stärkt die Verbesserung der Fähigkeiten europäischer Luftstreitkräfte die generelle Abschreckungskraft in der Region. Zweitens macht die Ausweitung der Produktionsbasis in Deutschland und die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Rheinmetall die Lieferketten widerstandsfähiger — wichtig für die Einsatzbereitschaft der NATO in Krisen.
Für die Ukraine bedeutet die Verfügbarkeit moderner Raketen in europäischen Arsenalen eine stärkere Barriere gegen aggressive Luftaktionen, doch das heißt nicht automatisch, dass Lieferungen erfolgen: Exportentscheidungen bleiben politisch. Gleichzeitig eröffnet das Wachstum der europäischen industriellen Kapazitäten Möglichkeiten für technologische Kooperation, Ausbildung und Interoperabilität auf längere Sicht.
Was als Nächstes folgt
Solange MBDA keine Vertragsdetails bekanntgibt, ist es wichtiger, den Trend zu erkennen: Europa investiert in langreichweitige, gelenkte Luftsysteme und in eigene Produktionskapazitäten. Für die Ukraine bedeutet das sowohl zusätzliche Sicherheitsgarantien in der Region als auch die Chance, mit Partnern an Interoperabilität und Logistik in der Nachkriegszeit zu arbeiten.
Fazit: Es geht nicht nur um eine einzelne Raketenserie — es geht um die konsequente Stärkung des europäischen Verteidigungsökosystems. Nun sind die politischen Entscheidungsträger gefragt, über reale Lieferungen und Zusammenarbeit zu entscheiden.