Schweden modernisiert die Anti‑Drohnen‑Verteidigung
Schweden hat mit dem Unternehmen Saab einen Vertrag über etwa 160 Mio. US‑Dollar zur Lieferung ferngesteuerter Kampfmodule Trackfire ARES in einer neuen Konfiguration mit der 30‑mm‑Kanone M230LF geschlossen. Die Lieferungen sind für den Zeitraum 2026–2028 geplant, teilte die schwedische Verteidigungs‑Materialverwaltung (FMV) mit. Dieser Vertrag verbindet die Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit mit der Anpassung an neue Bedrohungen — vor allem unbemannte Systeme.
Was Trackfire ARES kann
Das Modul ist mit einer Wärmebildkamera, Tageskameras, einem Laser‑Entfernungsmesser und einem Stabilisierungssystem ausgestattet, was präzises Feuer auch während der Fahrt erlaubt. Der Einsatz von Munition mit Fernauslösung macht den Kampf gegen Drohnen in Entfernungen bis zu 2 km wirkungsvoll. Trackfire lässt sich zudem in Radarsysteme und Mittel der elektronischen Kampfführung integrieren — die Anlage kann also als Teil eines umfassenden Anti‑Drohnen‑Netzwerks arbeiten.
Wohin sie geliefert werden und warum
Die Module sollen auf Kampfbooten Stridsbåt 90 HSM und gepanzerten Fahrzeugen TGB installiert werden. Die FMV erklärt die Beschaffung als Ersatz für Waffen, die an die Ukraine geliefert wurden, und zugleich als Erweiterung des Schutzes für verschiedene Plattformtypen — von Küstenbooten bis zu gepanzerten Landfahrzeugen.
"Das ist nicht einfach eine Modernisierung des Bestands — es ist eine pragmatische Antwort auf die wachsende Drohnenbedrohung und ein Weg, die Einsatzfähigkeit nach der Übergabe unserer Systeme an Partner wiederherzustellen."
— Anna Svensson, Vertreterin des FMV
Weiterer Kontext
Parallel baut Saab sein Exportportfolio aus: Das Unternehmen soll Frankreich zwei GlobalEye-Flugzeuge liefern, und die schwedischen Jagdflugzeuge Gripen sollen mit Taurus-Raketen für Langstreckenangriffe ausgestattet werden. Für Schweden ist das ein Signal für die Stärkung der Verteidigungsindustrie und das Bestreben, in kritischen Bereichen der Verteidigung technologische Unabhängigkeit zu bewahren.
Was das für die Ukraine und die Region bedeutet
Erstens stellt der Ersatz der nach Kiew gelieferten Bewaffnung die nationale Einsatzfähigkeit Schwedens wieder her. Zweitens verringert die Anhebung der Anti‑Drohnen‑Standards in europäischen Flotten und Einheiten die Risiken für Logistik und Operationen der Partner. Analysten betonen: Solche Beschaffungen haben zwar eine verzögerte, aber spürbare Wirkung auf das Sicherheitsgleichgewicht in der Region.
Fazit
Der Vertrag über Trackfire ARES ist kein Schlagwort, sondern ein praktischer Schritt: eine Investition in Sensorik, Bewaffnung und Integration, die Plattformen bereits heute sicherer macht. Die nächste Frage ist, ob die technologischen Upgrades in der Lage sein werden, in der Anti‑Drohnen‑Bekämpfung einen Vorsprung zu sichern, während Drohnen zunehmend die Regeln der Kriegsführung verändern.